Seit Mittwoch wissen wir endlich, wie ein schwarzes Loch aussieht. Die Überraschung hielt sich allerdings in Grenzen, denn auf dem erstmalig gelungenen Foto eines schwarzen Lochs sieht dieses nicht wahnsinnig spannend, sondern so wie erwartet, nämlich wie ein schwarzes Loch aus. Sonst würde es nicht so heißen.

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Nun gibt es noch andere Löcher, die zwar nicht schwarz sind, aber in etwa gleich funktionieren, weil sie alles, was nicht niet- und nagelfest ist, in sich aufsaugen. Zum Beispiel Haushaltslöcher. Die hat niemand gern, auch der Rickenbacher Gemeinderat nicht. Deshalb fuchste es ihn, als am Dienstag bekannt wurde, dass der erste Bauabschnitt an der Grundschule viel teurer als berechnet wird, und das vor Ostern und vor dem Spatenstich.

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Der Rohbau macht die Differenz aus. An anderer Stelle macht die Fassade den Unterschied aus. Schindeln hätte man gerne am neuen Grundschulanbau gehabt, das wäre ein schönes Aushängeschild geworden. Aber Schindeln haben ihren Preis, und den wollten nicht alle im Gemeinderat bezahlen, weshalb die Runde für eine normale Holzverschalung stimmte, erst recht nach der Bemerkung von Hubert Strittmatter: „Wenn die neue Schule an Schindeln gemessen wird, haben wir etwas falsch gemacht.“

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Rot sah die Ratsrunde noch bei einem weiteren Punkt. Eigentlich hätte der Erweiterungsbau des Feuerwehrhauses in Rickenbach Kunststofffenster bekommen sollen. Stattdessen enthielt die Ausschreibung Aluminiumtüren mit Rollläden. Schon wieder lugte das schwarze Loch um die Ecke und vorbei war’s mit der Sternstunde. „Da werden Dinge gemacht, die unserem Beschluss entgegenlaufen“, fand Andreas Vogt, während Ehrfried Mutter fand, es sei nicht in Ordnung, „dass man schleichend noch ein paar Sachen dazu packt“.

So kam es, dass manche Zuhörer das Gefühl beschlich, hier wird Schwarzmalerei betrieben. Andererseits ist ein Beschluss ein Beschluss, basta. So wie ein schwarzes Loch weder honiggelb noch mit den Händen zu greifen, sondern sehr weit entfernt, nämlich am Ende der Welt ist.

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Oder doch nicht? Ein Bürger bemängelte am Montag in der Sitzung des Görwihler Gemeinderats den Standort der geplanten Seniorentagespflege in Segeten. Er fand, dass die Senioren „ans Ende der Welt abgeschoben werden“. Weshalb die Astronomen jetzt ein Problem haben. Da gucken sie jahrelang in die Röhre und jubeln, als sie endlich ein schwarzes Loch am Ende der Welt fotografieren können, um in derselben Woche zu vernehmen, dass das Ende der Welt quasi vor ihren Füßen im Hotzenwald liegt. Kein Wunder, wenn man Sternlein sieht.