Am Dienstag, 22. Oktober, findet die Schellenberger Chilbi in Großherrischwand, Gemeinde Herrischried, zu Ehren des Schutzpatrons der Schellenberger Kapelle, dem heiligen Wendelin, statt.

Um 9.30 Uhr werden Pferde und Traktoren am Freilichtmuseum Klausenhof vom Pfarrer gesegnet. Anschließend findet eine Prozession mit Reitern zur Schellenberger Kapelle statt. Um 10 Uhr beginnt der Gottesdienst. Danach sorgt die Feuerwehrabteilung aus Wehrhalden-Großherrischwand für das leibliche Wohl der Gäste im Festzelt. Ein Chilbi-Markt hält viele bunte Stände mit heimischen Produkten bereit. Hier können schöne und nützliche Artikel wie Kleider, Leder- und Holzwaren, Spielzeug, aber auch Obst, Honig und Süßigkeiten gekauft werden.

Im Mittelpunkt der Chilbi steht die Schellenberger Kapelle, die dem heiligen Wendelin geweiht ist. Sankt Wendelin ist der Patron der Landleute, vor allem der Hirten und der Haustiere.

Daher rührt auch die Tradition, an der Chilbi (alemannisch für Kirchweih) eine Tier- und Fahrzeugweihe samt Reiterprozession zu unternehmen. Der eigentliche Festtag am 20. Oktober wird nicht gefeiert, dafür arbeitete schon früher am Dienstag nach Kirchweih („Buurechilbi“) niemand auf den Höfen. Im Sonntagsgewand nahm man an Gottesdienst, Pferdesegnung und Prozession teil. Noch heute halten viele Menschen ihrem Patron die Treue. Früher fand die Prozession in entgegengesetzter Richtung nach Großherrischwand statt. Der neue Ablauf dient dazu, dass auch die Prozessions-Besucher am Gottesdienst teilnehmen können.

Das Zusammenspiel von kirchlicher Tradition, Markt und Festveranstaltung sorgt seit Jahrzehnten dafür, dass Besucher von nah und fern zur Schellenberger Chilbi kommen – darunter auch Kindergarten- und Schulkinder.

Die Schellenberger Kapelle wurde aufgrund einer Viehseuche, der Rinderpest, gebaut. Die Leute machten das Versprechen, dem heiligen Wendelinus eine Kapelle zu bauen, wenn die Krankheit unter den Haustieren aufhört – was im Jahr 1717 geschah.

In den 1990er-Jahren gab es Bemühungen der einheimischen Bevölkerung, mit Hilfe von Spendengeldern und freiwilligen Leistungen die Kapelle zu sanieren. Die Arbeiten dauerten von 1996 bis 1999.