Der Träger der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg, Berthold Völkle, kann am heutigen Donnertag in Rickenbach seinen 90. Geburtstag feiern. Der Jubilar ist besonders im Chorgesang eine sicherlich fast schon einmalige Größe. Schon seit seiner Jugend, als er 18 Jahre alt war, singt er im Rickenbacher Männerchor nicht nur mit seiner Bassstimme mit, sondern fungierte im Verein auch ein Vierteljahrhundert, von 1966 bis 1991, als Dirigent.

Er stand auch am Dirigentenpult, als der Frauensingkreis gegründet wurde, dirigierte auch den früheren Hottinger Männerchor „Frohsinn“ und auch schon den Herrischrieder Männerchor. Mit der Auszeichnung zum Ehrendirigenten trat er in die Fußstapfen seines Vaters, der im Rickenbacher Männerchor ebenfalls zum Ehrendirigenten ernannt wurde.

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Auch nach der Zeit, wo er den Dirigentenstab in jüngere Hände abgab, blieb er dem Chor bis zum heutigen Tage mit Begeisterung dabei und dies auch, wo jetzt vielfach Chorwerke einstudiert werden, bei denen Lieder mit rhythmischen Bewegungen die Zuhörer erfreuen. Auch der badische Chorverband würdigte Völkles 65-jährige Sangestätigkeit mit einer Ehrenurkunde.

Auch ohne den Dirigentenstab und seiner Bassstimme ist er im Verein eine Größe, die Seinesgleichen sucht. So fungierte er auch schon als Vorsitzender, während 35 Jahren war er auch Notenwart und seit nunmehr 45 Jahren verschickt er an die weit über 100 Mitglieder des Chores immer zum Geburtstag eine Glückwunschkarte des Chores.

Vom Müller zum Weber

Richard Völkle ist ein Rickenbacher Urgestein. Er wuchs in Rickenbach auf, wo seine Eltern eine Mühle und eine Landwirtschaft betrieben. Er besuchte die Volksschule und anschließend in Säckingen das Gymnasium.

Als sein älterer Bruder nicht mehr aus dem Krieg zurückkam, beendete er seine Schulausbildung und machte eine Müllerlehre. Mit der Umstrukturierung der Landwirtschaft wurde auch der Mühlenbetrieb aufgegeben und Richard Völkle ergriff in der Hottinger Weberei den Weberberuf. Er wurde Webermeister und dann auch Textiltechniker.

Nach dem die Textilindustrie schwächelte, arbeitete Richard Völkle dann noch drei Jahre in Bad Säckingen, ehe er 1980 die Chance nutzte und beim Rickenbacher Golfclub als erster Green Keeper sein Geld verdiente und 1993 in Ruhestand ging. „Es war die beruflich schönste Zeit, geprägt von einem familiären Miteinander“, sagte der Jubilar.

1958 heiratete er seine Frau Waltraud, die zwei Kindern das Leben schenkte. In Hottingen lebte die Familie, ehe 1970 in das Eigenheim im Höhenweg 17 umgezogen werden konnte. Gerne denkt Richard Völkle aber auch an die Zeit zurück, wo Urlaubsreisen nach Italien und Österreich unternommen wurden. Immer noch steht ein zweiwöchiger Kururlaub in Bad Wörishofen auf dem Jahresprogramm. 2012 starb seine Frau.

Für Richard Völkle gibt es auch in seinem hohen Alter nie Langeweile. Den Haushalt macht er noch immer selber und etwaige Hausreparaturen meistert er noch ohne fremde Hilfe. Wenn er dann am Abend gemütlich im Sessel sitzt, lässt er sich gerne einen Spätburgunder schmecken. So wird es auch am Geburtstag sein, wenn neben den Familien seiner beiden Kinder auch viele Freunde und Bekannte gratulieren werden.

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