Nach 40 Berufsjahren kann der Rickenbacher Zahnmediziner Dr. Ludwig Mesch seine Praxis in jüngere Hände übergeben. Zum 1. April übernimmt Dr. Alexander Strohmenger von der Rheinfelder Dreiländerklinik die Praxis, die nach fünfwöchigen Renovierungsarbeiten voraussichtlich zum 5. Mai wieder eröffnet werden wird.

Für Ludwig Mesch, der vor 36 Jahren aus Bayern auf den Hotzenwald zog, ist das Berufsleben aber noch nicht ganz zu Ende: Er wird seinen Nachfolger, der eine eigene Praxis in Rheinfelden ebenfalls weiterführen will, bis auf weiteres unterstützen und an zwei Tagen pro Woche wie gewohnt Patienten behandeln.

An den übrigen Tagen kümmert sich Alexander Strohmenger in Teamarbeit mit seiner Berufskollegin Dr. Laura Schumacher um die Versorgung der Patienten. „Ohne die angebotene Unterstützung meiner Kollegin hätte ich die Praxis auch nicht übernehmen können“, betonte Alexander Strohmenger am vergangenen Freitag bei einem Gespräch über die anstehenden Veränderungen.

Dabei wies er auch darauf hin, dass es ihm als Nachfolger ein großes Anliegen ist, die zahnärztliche Versorgung in der Region weiter sicherzustellen. Wichtig ist ihm dabei insbesondere, dass die Praxis nicht nur tageweise geöffnet ist, sondern wie gewohnt von Montag bis Freitag durchgehend ein Arzt vor Ort sein wird. Arztpraxen im ländlichen Raum zu besetzen, so erinnerte Strohmenger, bleibe schwierig, weil für zahlreiche junge Mediziner der städtische Raum attraktiver sei.

Umso glücklicher sind beide Parteien nun, dass eine praktisch nahtlose Weiterführung gewährleistet ist. Neues Personal werde es zudem auch erlauben, das Behandlungsspektrum zu erweitern. Dies gilt beispielsweise für den Bereich der professionellen Zahnreinigung, wofür eigens eine Fachkraft vorgesehen ist.

Die beiden neuen Ärzte freuen sich sehr auf die neue Tätigkeit in Rickenbach und wünschen sich, dass ihnen die Bevölkerung dasselbe Vertrauen entgegenbringen wird, wie es bei Dr. Mesch über die vergangenen Jahrzehnte der Fall war. Das Ehepaar Waltraud und Ludwig Mesch war Anfang der 1980er Jahre von München aus auf den Hotzenwald gezogen, um hier die noch schlechte zahnärztliche Versorgung zu verbessern.

In den freien unteren Räumen eines neues Mehrfamilienhauses im Hölzliweg wurde die Praxis eingerichtet. In den nachfolgenden Jahren erfolgte eine stetige Modernisierung. Die Entscheidung, von der Weltstadt in den ländlichen Raum zu wechseln, hat das Ehepaar, das hier die drei Kinder aufzog, nie bereut. „Wir fühlen uns in dieser Landschaft mit der sauberen Luft sehr wohl“, betonte die aus Oberbayern stammende Arztgattin und Praxismitarbeiterin Waltraud Mesch. Auch der neue Arzt, der im bayerischen Regensburg studierte und promovierte, schätzt bereits die schöne Landschaft seines neuen Einsazortes und die weitgehend noch intakte Umwelt.