Die Gemeinde Rickenbach wird sich am Wettbewerb „Baden-Württemberg blüht“ beteiligen. „Wir werden da mitmachen“, stellte Bürgermeister Dietmar Zäpernick im Gemeinderat am Dienstag klar. Zuvor hatte Ralf Engel, Naturschutzwart des Schwarzwaldvereins, das Pilotprojekt „Blühendes Rickenbach 1.0“ auf überwiegend Privatflächen für abgeschlossen erklärt.

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Engel will nun mit „Rickenbach blüht 2.0“ nachlegen, womit die gemeindeeigenen Flächen stärker in den Fokus gerückt werden. Er verfolge ein ganzheitliches Konzept, sagte er, das aus der Betrachtung aller Gemeindeflächen besteht. Straßenbegleitgrün, die Hottinger Allee, in der bereits 20 Bäume mit Hilfe von Bürgern vor Ort gepflanzt worden sind, oder so genannte „Seelenorte“ – für die Bürger in Form von Sitzbänken – sollen Beispielen optimaler Biotope, dem Naturschutz sowie dem direkten Artenschutz zur Seite gestellt werden. „Bringt Eure Ideen ein“, forderte Engel den Gemeinderat auf. Dieser reagierte unterschiedlich.

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Volker Matt fand, dass man keine neuen Biotopflächen suchen müsste, sondern sich auf diejenigen konzentrieren soll, „die wir schon haben“. Martina Lütte bezeichnete die Artenvielfalt zwar als „toll“, aber: „So exponierte Flächen wie beim Rathaus sollten auch nach einem dreiviertel Jahr nett aussehen.“ Dafür könnten Pflanzen wie die Fette Henne oder Herbstanemone sorgen. In dem Zusammenhang wies Peter Kermisch darauf hin, „dass es vor dem Rathausumbau zwei Bäume gegeben hat“. Die wurden im Zug des Umbaus gefällt und sollen, so seine Anregung, „wieder ersetzt werden“.

Plädoyer für naturnahes Rickenbach

Ralf Engel brachte in seinem Plädoyer für ein naturnahes Rickenbach auch die Vision ein, die Gemeinde pestizidfrei zu machen. Außerdem müsste nicht jede Wiese „wie aus dem Ei gepellt“ aussehen, es könnte auch mal „etwas stehen gelassen werden“.

Plädierte für ein naturnahes Rickenbach: Ralf Engel, Naturschutzwart beim Schwarzwaldverein.
Plädierte für ein naturnahes Rickenbach: Ralf Engel, Naturschutzwart beim Schwarzwaldverein. | Bild: Peter Schütz

Dass Rickenbach punktuell schon Erfolge in punkto Naturschutz aufweisen kann, sei auf der Höhne zwischen Rickenbach und Altenschwand zu sehen. Dort gilt im Frühjahr während der Amphibien-Laichzeit ein Fahrverbot – das heißt, die Amphibien haben dann Vorfahrt. Engel war überzeugt, dass mit gemeinsamen Anstrengungen aller eine naturnahe Gemeinde geschaffen werden kann, die auch touristisch ein Echo auslösen könnte. „In zehn Jahren werden uns die Leute deshalb besuchen“, sagte er.

Der Wettbewerb

Mit dem Wettbewerb „Baden-Württemberg blüht“ möchte das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Projekte würdigen, die sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen. Mit dem Wettbewerb fordert das Ministerium auf, zukunftsweisende Projekte, Maßnahmen und Ideen vorzustellen, die ein Vorbild sein können und zu mehr Biodiversität beitragen. Bewerben kann man sich mit Projekt- oder Maßnahmenbeschreibungen, aber auch mit Foto- oder Filmbeiträgen. Es winken 25 000 Euro Preisgeld. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Dezember. Unterlagen zu Teilnahme, Anmeldeformular, Allgemeine Hinweise zum Wettbewerb im Internet (www.bwblüht.de).