Wer linker Hand die Kreisstraße von Bad Säckingen nach Egg verlässt, findet auf geradlinigen Pfaden im Kühmoos die Meisenhardthütte. Sie steht eingebettet in Mischwald, ganz aus Holz gezimmert. Innen gediegene Gemütlichkeit. Ein Ofen erwärmt die kalte Luft. Hirschgeweihe grüßen von den Wänden. 

Hier ist einer der Basisstationen von Revierförster Karl Ulrich Mäntele, seit November letzten Jahres im Amt für das Revier Rickenbach. Ein Tablet bringt Informationen über das Revier, über welches er schützend die Hand hält. Ein modernes technisches Handwerkzeug in der Natürlichkeit des Waldes.

Neue Strukturen im Forstwesen

Zum 1. Januar 2020 wurde in Baden-Württemberg das bisherige Einheitsforstamt aufgetrennt. Bisher waren Staatswald, Gemeindewald, Körperschaftswald und Privatwald zusammengefasst. Nun wurden diese geteilt in einen separaten Betrieb als Anstalt des öffentlichen Rechts, welche nur noch den Staatswald bewirtschaftet und in die Landesforstverwaltung, welche Körperschaftswald und Privatwald betreut.

Sie ist angesiedelt am Landratsamt Waldshut. Auch die Reviere wurden neu zugeschnitten. So gab das Forstamt Rickenbach die Betreuung des Privatwalds in Wehr und Öflingen an das städtische Forstrevier Wehr ab.

Waldpädagogik als ein Schwerpunkt

Wegen der Zurruhesetzung von Werner Gebhardt wurde die Stelle als Revierförster für Rickenbach neu ausgeschrieben. Der langjährige Murg-Laufenburger Revierförster Karl-Ulrich Mäntele bewarb sich darum und kam zum Zuge. „Ich wollte wieder etwas neues machen“, sagt er.

Ihn reizt im Besonderen die Waldpädagogik. Sie nimmt rund 20 Prozent seiner Arbeitszeit als Rickenbacher Revierförster in Anspruch. Karl Ulrich Mäntele sagt dazu: „Ziel ist, dass ein Drittel aller Schüler zwei Tage in ihrem Schulleben im Wald waren.“

Das Ökosystem „Wald“ soll dabei näher gebracht werden. Auch Kinder aus Kindergärten haben die Möglichkeit, mit Stützpunkt Maisenhardthütte mehr über Wald und Natur zu erfahren. Die Teilnahme an der Waldpädagogik ist ein Angebot, ob es wahrgenommen wird, liegt im Ermessen des Kindergartens beziehungsweise der Schule.

Hohe Ausbildungsanforderungen

Die Latte wird im Forstbetrieb hoch angesetzt. Die Ausbildung sollte entweder als Diplomingenieur oder als Bachelor mit Trainee-Lehrgang abgeschlossen sein. Sie beansprucht gut und gerne sechs Jahre. Mäntele hat erfolgreich das Studium als Diplomingenieur absolviert und war damit – seine bisherige Tätigkeit im Revier Laufenburg berücksichtigt – der ideale Kandidat für die neue Stelle. Hohe Ausbildungsanforderungen für einen verantwortungsvollen Beruf. Der Weg war nun frei für seine umfangreichen Aufgaben.

In die Fußstapfen des Vaters

Die Entscheidung, Förster zu werden, fiel früh. Schon Mänteles Vater war Revierförster. Seine Geschwister haben andere Berufungen gewählt. Aber für ihn war die Sache klar: „Weil ich mich schon immer für die Natur interessiert habe.“ Als Junge war der Spielplatz uninteressant. Sein Spielplatz war der Wald. Die unangenehmen Seiten seines Försterlebens sind die „nasskalten Zeiten, wenn es tagelang geregnet hat“, sagt Karl Ulrich Mäntele. Aber, „alle Jahreszeiten sind schön“. Als Leitsatz seines beruflichen Lebens hat sich herauskristallisiert: „Mit der Natur leben und nicht gegen sie!“