Der 240 Jahre alte Giegelhof im Rickenbacher Ortsteil Hottingen hat sich bereits als Begegnungsstätte von Menschen etabliert, denen Natur und Nachhaltigkeit besonders wichtig sind. Die Bürgerinitiative Atdorf traf sich hier zum Quellenfest, Wildkräuterpädagoge Oliver Haury hielt Vorträge, auch zum Tag des offenen Bauerhofs hat Elvira Horn (42) schon auf ihr Anwesen eingeladen. Nun sollen auf dem Giegelhof am Lagerfeuer auch einsame Herzen zueinanderfinden.

Beim „Slow Dating“ wird es heute auf dem Giegelhof etwas beschaulicher zugehen als vergangenes Jahr beim Hoffest (Bild), wo die Hinterwälder aus Laufenburg mit Country und Folk begeisterten. Links neben dem Baum hört Giegelhof-Bäuerin Elvira Horn zu.
Beim „Slow Dating“ wird es heute auf dem Giegelhof etwas beschaulicher zugehen als vergangenes Jahr beim Hoffest (Bild), wo die Hinterwälder aus Laufenburg mit Country und Folk begeisterten. Links neben dem Baum hört Giegelhof-Bäuerin Elvira Horn zu. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

„Slow Dating“ nennt sich die etwas andere Partnerbörse, die sich die Lehrerin und frischgebackene grüne Kreisrätin ausgedacht hat. Angelehnt ist der Begriff an „Slow Food“. Wie das genussvolle und bewusste Zubereiten und Essen regionaler Produkte einen Gegenpol zum industrialisierten Fast Food darstellen will, ist auch das „Slow Dating“ der Gegenentwurf zur schnellen Partnersuche über Apps im Internet.

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Und so funktioniert die analoge Partnersuche auf dem Biobauernhof: 15 Frauen und 15 Männer treffen sich auf dem weitläufigen, baumgestandenen Gelände. Zuerst gibt es einen Sektempfang, Häppchen und ein Unterhaltungsprogramm. „Danach haben aneinander Interessierte eine Stunde Zeit, sich in gemütlichen Sitzecken auszutauschen. Dieses über den Hof verteilt, vom Gewächshaus bis zum Ententeich“, beschreibt Horn.

Eigentlich sollte das „Slow Dating„ heute über die Bühne gehen. „Aber wir haben wohl zu wenig Werbung gemacht. Statt 30 Personen haben sich nur 15 gemeldet“, sagt Horn. Doch sie lässt sich nicht davon enttäuschen. „Wir verstärken jetzt einfach die Werbung uns versuchen es noch einmal.“ Singles, die es versäumt haben, sich rechtzeitig für die Partnerbörse anzumelden, bekommen eine zweite Chance, vielleicht die Liebe seines Lebens am Lagerfeuer zu treffen.

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Sobald genügend Interessenten beisammen sind, will Elvira Horn einen neuen Termin fürs „Slow Dating“ ansetzen. Sie hofft, dass dann möglichst oft Topf und Deckel zusammenfinden werden. Und wenn nicht, dann könnten die Teilnehmer ja immer noch einen schönen Abend mit zukünftigen Freunden verbringen, sagt sie. Auch der Giegelhof soll unter den glücklichen Gewinnern sein. Denn der Gewinn der Veranstaltung soll in den Erhalt des Hofs fließen, den Elvira Horn 2012 übernommen hat.

Der Hof ist 240 Jahre alt, zu ihm gehören zwölf Hektar Nutzfläche, darunter Wald und mehrere Quellen. Die Lehrerin bewirtschaftet ihn ökologisch und hält Kühe, Hühner und Enten. Vielen bekannt ist der Giegelhof ist vielen aus der Fernsehdokumentation „Schöner Mist – Der Traum vom Hof“ bekannt, den das ZDF 2015 innerhalb der Reihe „37 Grad“ ausstrahlte. Ein Jahr lang hatte ein Kamerateam das Leben auf dem Hof begleitet und dokumentiert.