2007 war ein denkwürdiges Datum, jährte es sich doch zum 750sten Mal, dass Rickenbach erstmals urkundlich erwähnt wurde. Zu diesem Anlass ließ die Gemeinde knapp zwei Meter hohe Tafeln herstellen und an den Ortseinfahrten errichten, um auf die Jubiläums-Veranstaltungen hinzuweisen. Eine solche Tafel steht auch in Willaringen. Wer vom Süden, also von Bad Säckingen via Wieladingen herkommt, fährt daran vorbei. Und stellt fest: In Willaringen gibt es offenbar keine Jubiläums-Veranstaltungen. Denn die Tafel ist so leer wie ein frisch gehobelter Nagelbalken ohne Nägel. Ein paar Gebrauchsspuren weisen zwar darauf hin, dass es früher schon etwas Derartiges wie Jubiläums-Veranstaltungen gegeben haben muss. Aber heuer? Nada, null, niente, nichts. Obwohl Willaringen allen Grund hat, dick aufzutragen. Denn der Ortsname wurde im Verzeichnis des Habsburger Urbar von 1318 erwähnt. Das ist 700 Jahre her und wäre eigentlich eine Sause wert. Gibt es aber nicht. Zumindest nicht mit Ansprachen oder historischen Referaten und schon gar nicht mit Feuerwerk, wegen der Pferde und Kühe, die sonst durchdrehen. Stattdessen gibt es nächstes Wochenende das alle zwei Jahre stattfindende Willaringer Dorffest an der Gemeindehalle, durchaus eine schöne Sache, auf die sich mindestens der halbe Hotzenwald freut. Wohl deshalb, weil sich das Fest schon fest in die Köpfe eingeprägt hat, hat man es bis vorgestern als nicht notwendig erachtet, die Tafel an der Ortseinfahrt entsprechend zu bekleben. Mund-zu-Mund-Propaganda, Berichte in der Zeitung und riesige Banner an der Gemeindehalle müssen genügen, basta. Aber es ist ja noch etwas Zeit, die schöne Tafel mit einem Hinweis auf 700 Jahre Willaringen und das Dorffest zu schmücken. Wenn nicht mit Worten, dann wenigstens mit ein paar Blümchen. Die blühen nebenan grad so schön.

saeckingen.redaktion@suedkurier.de