Rickenbach Konzert auf Burg Wieladingen: Musikstudenten überzeugen mit virtuosem Spiel

Musikliebhaber konnten am Wochenende auf der Burgruine Wieladingen Zeugen eines ungewöhnlichen Konzertes werden – Fünf Studenten der Musikhochschule Freiburg überzeugten mit modernen und teils zeitgenössischen Stücken.

Ein nicht alltägliches musikalisches Erlebnis war am Sonntag auf der Burgruine Wieladingen zu erleben. Auf Einladung des Förderkreises unter dem Vorsitz von Gottfried Nauwerck gastierten fünf Studenten der Musikhochschule Freiburg im Vorderen Hotzenwald. Verehrer einer leicht „verdaulichen“, klassischen Harmonielehre wurden allerdings vor gewisse Herausforderungen gestellt. Hatten Verena Bons (Oboe), Hannah Seebauer (Klarinette), Mareike Haarmann-Thiemann (Geige), Angelika Hörmann (Flöte) und Konrad Boemke (Horn) ausgesprochen moderne, teils zeitgenössische Werke in ihrem musikalischen Gepäck.

Gewarnt hatte Nauwerck das zahlreich erschienene Publikum: Die Sage vom „Hans mit der Giige“ sowie die Fidel auf dem Wappen der Gemeinde Rickenbach zeugten zwar von der bald 800-jährigen Verbundenheit der Burg Wieladingen mit der Musik. „Aus dem Widerspruch erwachse Spannung“, lautete Nauwercks vielsagende Ankündigung eines Konzertes, dass das Ambiente der mittelalterlichen Burgruinen in gelungener und origineller Weise mit Werken von Olivier Messiaen, Vytautas Barkauskas und Heinz Holliger zu verknüpfen verstand.

Umrahmt wurde der Auftritt der fünf Musikstudenten vom Spätwerk eines der großen Meisters des klanglichen Experimentierens, John Cage, das sinnfälliger weise den Titel „Five“ trägt. Zu Gehör kam im Anschluss Olivier Messiaens „Quartett für das Ende der Zeit“. Die Mitarbeit des Publikums war an diesem Tag durchaus gefragt: So gab Hannah Seebauer, die für die Vorbereitung des Konzertes federführend verantwortlich zeichnete, dem Publikum Gelegenheit, in einem Moment der Stille die tonalen Schwingungen der Umgebung zu erahnen. Sodann durfte das Publikum selbst durch das Summen der Töne h und f eine im Tonintervall des Tritonus verortete Klangkulisse erzeugen, das Verena Bons auf der Oboe gekonnt mit dem „A ready double“ von Heinz Holliger verwob.

Dass sich die Akteure im Vorfeld gut mit der Historie der Burg auseinandergesetzt hatten, bewies der Sagenvortrag von Hannah Seebauer, die von Mareike Haarmann-Thiemann mit Auszügen aus der Partita für Violine des litauischen Komponisten Vytautas Barkauskas begleitet wurde. In der modernen Musik weniger geübte Besucher kamen ebenfalls auf ihre Kosten: Konrad Boemke trug ein Jagdlied von Gioacchino Rossini vor. Angelika Hörmann präsentierte ein virtuoses Flötenstück aus dem 17. Jahrhundert des niederländischen Komponisten Jakob van Eyck.

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