So ein Kindergartensalat aber auch: Härtefälle, weil verschieden alte Geschwister unter Umständen nicht zusammen den gleichen Kindergarten besuchen können, daraus resultierend ein Kreuz- und Querverkehr zwischen Willaringen und Hottingen, wenn zwei Kinder derselben Familie an zwei verschiedene Orten gebracht werden müssen, worüber sich die Eltern ärgern und manchem Volksvertreter fast der Kragen platzt – das alles gab es in der Gemeinderatssitzung am Dienstag in Rickenbach zu hören und zu sehen.

Gute Unterhaltung ist anders, aber interessant war es schon zu erleben, wie am Kindergarten die Emotionen hoch gehen können. Dass hinter dem neuen, am Dienstag vorgestellten Bedarfsplan drei Sozialausschusssitzungen stecken und viel Gehirnschmalz in vielen Stunden verbraten wurde – geschenkt.

Was nicht allen schmeckt, ist nicht gut genug, basta. Da kann sich aufregen, wer will, es ist sein und ihr gutes Recht, zu schimpfen, das ist nun mal Teil der Demokratie. Trotzdem tat es nach ein paar verbalen Querschüssen in Richtung Bürgermeister richtig gut, als der jüngste Gemeinderat seine Sicht der Dinge aussprach.

Timo Häßle berichtete, wie er als Kind zuerst mit seinem Bruder in einem Kindergarten war, dann aber in einen anderen Kindergarten verlegt wurde, was ihm anfangs nicht passte, weil er von seinem Bruder quasi getrennt wurde. Aber dann merkte er, hey, das ist gar nicht so übel, in dem anderen Kindergarten lernt man andere Kinder kennen.

Dann wurde er noch einmal in noch einen anderen Kindergarten verlegt, das passte ihm anfangs auch nicht, aber hey, so übel war auch das nicht, denn schon wieder lernte er andere Kinder kennen und so fort. Am Ende trug er vom zweifachen Kindergartenwechsel keinen Schaden davon. Im Gegenteil: "Das hat mich selbstständig gemacht", blickte er zurück.

Vor allen Leuten im Sitzungssaal breitete Häßle kurzerhand ein kleines Stück eigene Kindheitsgeschichte aus, als ob es das Selbstverständlichste der Welt ist. Inmitten einer hitzigen Diskussion von Rechthabern, sich benachteiligt Fühlenden und ihrer Pflicht Nachkommenden. Respekt.