"Endlich geschieht was", dieser Tenor war deutlich zu hören an der ersten Infoveranstaltung zum geplanten Breitbandausbau in den Gemeinden Rickenbach und Herrischried am Donnerstagabend. Dass das Thema den Bürgern auf den Nägeln brennt, war auch an der großen Anzahl Interessierter zu sehen: Rund 200 Personen kamen in die Gemeindehalle nach Willaringen.

Von den anwesenden Ingenieuren Max Arzner aus Herrischried und Joachim Baumeister vom Ingenieurbüro Tillig aus Dogern sowie von Andreas Nauroth, Planer des Zweckverbands des Landkreises, erhielten die Anwesenden sehr viele technische und organisatorische Informationen zum Breitbandausbau.

Was die Menschen im Saal allerdings viel mehr interessierte, waren Fragen wie: "Wann kommt der Breitbandanschluss?", "was kostet das den Hausbesitzer?" und "werden alle Häuser angeschlossen?", wie in der Fragerunde deutlich wurde.

Zäpernick will 2021 fertig sein

Rickenbachs Bürgermeister Dietmar Zäpernick sagte zum möglichen Zeitpunkt der Breitbandnutzung: "Wenn in der zweiten Jahreshälfte 2021 der Backbone (das Höchstleistungsnetz des Landkreises) steht, dann werden wir bereit sein." Christof Berger, Bürgermeister von Herrischried, gab indes zu bedenken, dass man noch ganz am Anfang stehe.

Noch hätten die Gemeinderäte ihr Einverständnis nicht gegeben und auch über die Kosten gäbe es lediglich Schätzungen. Noch etliche Stolpersteine gelte es zu überwinden und auf keinen Fall wolle er sich auf etwas festnageln lassen. Berger betonte jedoch, man sei gewillt, den Breitbandausbau in Angriff zu nehmen. Förderanträge sollen noch dieses Jahr gestellt werden.

Darum ist der Anschluss dringend

Eile ist indes geboten, denn wenn die Telekom ihre Ankündigung wahr macht und auf IP-Telefonie umstelle, dann sehe es für etliche Nutzer in Rickenbach und Herrischried in puncto Internetnutzung noch düsterer aus als jetzt schon, führten einige Zuhörer an und verwiesen damit auf die Dringlichkeit des Breitbandausbaus.

Andreas Nauroth erklärte dazu, dass jeder Nutzer für eine Übergangslösung sorgen solle, jedoch sich auf jeden Fall einen Breitband-Hausanschluss legen lässt. "Eine Immobilie ohne Breitbandanschluss wird in der Zukunft eine Schrottimmobilie sein", mahnte er.

Was auf Hausbesitzer zukommt

Alle Häuser im Gemeindegebiet sollen angeschlossen werden. Die einmalige Anschlussgebühr bis zur Grundstücksgrenze sei für jeden Hausbesitzer gleich teuer. Nachzügler müssten allerdings mit höheren Kosten rechnen. Fördermittel vom Staat gibt es lediglich für die gemeindlichen Bautätigkeiten.

Für den weiteren Anschluss bis zum Haus, müsse der jeweilige Hausbesitzer selber aufkommen, erklärte Bürgermeister Zäpernick. Die Wahl des späteren Anbieters für Internetnutzungen und die damit verbundenen laufenden Kosten, ist dann jedem Nutzer selbst überlassen.

Bürgermeister Dietmar Zäpernick erklärte abschließend, dass diese Infoveranstaltung die erste, aber nicht die letzte Veranstaltung zum Breitband gewesen sei, weitere sollen in verschiedenen Ortsteilen folgen.