Der Um- und Neubau des Rickenbacher Schulhauses wird voraussichtlich rund 8,7 Millionen Euro brutto kosten. Diese Zahl nannten die mit der Planung beauftragten Architekten Max Lauer und Gero Heimannl bei der jüngsten Gemeinderatssitzung am Dienstag. Der Erweiterungsbau wird demnach 5,2 Millionen Euro, der Umbau des bestehenden Gebäudes drei Millionen Euro kosten, das ergibt 8,2 Millionen brutto. Hinzu kommt fast eine halbe Million Euro für die Nahwärmeversorgung von Schule, Kindergarten und Sporthalle. In der Summe ergibt dies eine Kostensteigerung von einer Million Euro gegenüber der ersten Schätzung von 2016.

Aussicht auf Zuschüsse

Immerhin: „Wir waren schon deutlich höher“, erklärte Bürgermeister Dietmar Zäpernick, „wir haben einiges gestrichen und geändert.“ Eine Million Euro konnte eingespart werden, so Zäpernick. Er gab sich überzeugt, „dass wir auf einem guten Weg sind“. Seine Zuversicht begründete er mit der Aussicht auf Fachförderung. Demnach hat die Gemeinde Rickenbach Fördermittel in Höhe von 3,6 Millionen Euro gestellt, allerdings gibt es noch keinen Bescheid vom Regierungspräsidium Freiburg. Den Rest, rund fünf Millionen Euro, muss die Gemeinde selbst aufbringen. 2,3 Millionen Euro sind angespart, aber trotz einer möglichen Rücklageentnahme kommt Rickenbach nicht um eine Kreditaufnahme herum. Diese könnte sich auf die Steuerhebesätze auswirken.

Die Pro-Kopf-Verschuldung wird sich verdoppeln

Rechnungsamtsleiterin Hildegard Bayer stellte klar: „Wir werden die Hebesätze für die Steuern anheben müssen.“ Dazu äußerte sich Gemeinderat Peter Kermisch so: „Die Pro-Kopf-Verschuldung verdoppelt sich, aber die Schule brauchen wir jetzt.“ Ähnlich Ehrfried Mutter: „Wir haben einen Stand erreicht, wo wir loslegen sollten. Die Kosten sind überschaubar.“ Zäpernick bestätigte Mutters Ansicht: „Wir haben ein Ergebnis erzielt, mit dem wir hinkommen.“ Laut Zäpernick werden jetzt die Bauanträge erstellt und eingereicht. „Wir werden noch Abstimmungsgespräche mit Herrischried führen, dann geht es los“, sagte er. Das Kommunalamt sei im Boot „und hat uns bisher nicht zurückgepfiffen“.

Die Planer haben bereits die Schule in Herrischried betreut

Den Um- und Neubau des Schulhauses – es wird als Grundschule für den Schulbezirk der Gemeinden Rickenbach und Herrischried dienen – hat das Freiburger Planungsbüro Spiecker, Sautter und Lauer geplant. Es ist auch für die Erweiterung der Herrischrieder Gemeinschaftsschule verantwortlich.

Die Schule

In Rickenbach soll das Schulhaus um einen Anbau auf der Ostseite mit Klassenräumen im Obergeschoss erweitert werden. Dieser soll, so Architekt Max Lauer am Dienstag, als Erstes errichtet werden, während der Schulbetrieb normal weiterläuft. Im zweiten Bauabschnitt wird die Schule in den Erweiterungsbau umziehen. „Das wird dann eng für ein Jahr, aber ist zu schaffen“, merkte Lauer an. Im bestehenden Gebäude soll ein Mehrzweckraum entstehen, eine halbe Treppe höher wird die Verwaltung untergebracht. Im Neubau wird eine Mensa mit Küche angegliedert. Der neue Pausenhof soll rollstuhlgängig angelegt werden. Die Wärme wird mit zwei Pellet-Heizkesseln erzeugt. Hinzu kommt eine dezentrale Lüftung aller Unterrichtsräume. Eine Jury hatte sich für das Konzept von Spiecker, Sautter und Lauer entschieden, weil der Erweiterungsbau gut an das bestehende Schulgebäude angeschlossen werden kann. Vom Spatenstich bis zur Fertigstellung rechnen die Architekten mit zweieinhalb Jahren Bauzeit.