Bauwillige könnten in der Gemeinde Rickenbach in den nächsten Jahren zum Zug kommen. Geht es nach dem am Dienstag im Gemeinderat vorgestellten Flächennutzungsplan, verfügt die Gemeinde über etliche Baulücken in fast allen Ortsteilen sowie mögliche Baugebiete. Das größte davon befindet sich im Fohrenbühl im Hauptort westlich der Grundschule. Auch für das Gewerbe könnten neue Flächen geschaffen werden.

Das ist das Ergebnis einer am Dienstag im Gemeinderat erfolgten zweistündigen Vorstellung des neuen Flächennutzungsplanes. Darin wurde aufgrund der Bevölkerungsentwicklung ein 3,5 Hektar großer Wohnbauflächenbedarf ermittelt. Um diesen zu decken, sollen Baulücken geschlossen werden. „Wenn wir alle Baulücken zusammenzählen, kommen einige Hektar zusammen“, berichtete Raum- und Umweltplaner Christian Sammel von fsp.stadtplanung Freiburg.

Einige Beispiele: Altenschwand hat derzeit sechs, Hottingen vier, Bergalingen ebenfalls vier und Egg fünf Baulücken, auf denen Wohnbauten entstehen könnten. Rickenbach kommt sogar auf sieben Baulücken.

Als Neubaugebiet kommt eine 2,5 Hektar große Fläche im Fohrenbühl im Hauptort in Frage. Auch in der Hennematt besteht die Möglichkeit für Wohnbauten, außerdem in der Stockmatt in Wieladingen, im Schaffeld in Rickenbach mit 1,8 Hektar, im Bereich Siedlungsstraße in Hottingen, im Bühl in Hütten sowie am Sonnenweg in Altenschwand.

Als Erweiterungsfläche für Gewerbebetriebe zog Christian Sammel das Schaffeld in Richtung Hasenbrunnen-Hottingen in Betracht.

Flächennutzungsplan schafft kein Baurecht

Sammel stellte allerdings klar, dass der Flächennutzungsplan kein Baurecht schafft, sondern „nur eine Empfehlung sein kann“. Mit dem Flächennutzungsplan wird die städtebauliche Entwicklung der Gemeinden gesteuert.

Wie maßgebend dieser sei, wollte Gemeinderat Peter Kermisch wissen. „Wir haben Bauanfragen, die nicht dem Bebauungsplan entsprechen“, sagte er, „da hätte ich gerne eine klare Linie.“ Antwort von Christian Sammel: „Man muss froh sein, wenn gebaut wird.“ Aber: „Der Gemeinderat ist nicht verpflichtet, Befreiungen zu erteilen.“