Ein grundsätzliches Verbot von Feuerwerken in der Gemeinde Rickenbach ist vom Tisch. Der Gemeinderat stimmte in seiner Sitzung am Dienstag der Beibehaltung der bisherigen Verordnung zu, wonach es für das Abbrennen von Feuerwerken eine Genehmigung der Verwaltung braucht – allerdings mit dem Zusatz, dass der Zeitpunkt des Feuerwerks ein bis zwei Wochen vorher via „Rundschau“ (Rickenbacher Amtsblatt) bekannt gegeben werden muss.

Dieser Vorschlag von Gemeinderätin Martina Lütte fand eine breite Zustimmung im Rat. Lütte hatte sich in einer früheren Sitzung über ein nicht genehmigtes Feuerwerk an der Gemeindehalle Willaringen aufgeregt, denn es habe nicht nur die Anwohner, sondern auch weidende Tiere aufgeschreckt – mit dem Ergebnis, dass letztere die Umzäunungen durchbrachen. „Ich weiß von acht Feuerwerken, die nicht genehmigt waren“, berichtete Lütte.

Damit soll nun Schluss sein: Wer ein Feuerwerk abbrennen will, muss vorher eine Erlaubnis im Rathaus einholen, die Bewilligung erteilt dann der Bürgermeister. Bei lang anhaltender Trockenheit werde er keine Genehmigung erteilen, erklärte Dietmar Zäpernick, auch dann nicht, wenn „brandempfindliche Gebäude“ sich in der Nähe befinden sollten.

Die Ankündigung im Amtsblatt begründete Martina Lütte so: „Information der Bürger ist das A und O.“ Nur so hätten betroffene Anwohner die Möglichkeit, Haus- und Nutztiere in Sicherheit zu bringen. Martina Lütte sprach sich jedoch in der Sitzung auch dafür aus, „Feuerwerke rigoros abzulehnen, je nachdem, wo sie abgebrannt werden sollen“.

Grundsätzlich sollten Feuerwerke „nur an der Peripherie“ zulässig sein, sagte Lütte. „Es geht auch um die Gesundheit von Mensch und Tier“, pflichtete ihr Peter Kermisch bei. So weit wollte Manfred Eckert nicht gehen. Er fand „eine weitere Regulierung für unnötig“, ebenso Hubertus Matt. „Wir lassen es, wie es ist“, sagte Matt.

Bürgermeister Dietmar Zäpernick schlug vor, den „Abhau“ bei Altenschwand für Feuerwerke „komplett außen vor zu lassen“. Außerdem soll ein Feuerwerk höchstens 15 Minuten dauern, fügte er hinzu. Des Weiteren stellte Zäpernick klar: „Wenn wir von einem illegalen Feuerwerk erfahren, dann würden wir das zur Anzeige bringen.“ Grundsätzlich sind ab 22 Uhr die Zeiten der Ruhestörung einzuhalten.

Die Verwaltung wird nun die „Erlaubnis zum Abbrennen eines Feuerwerks“ überarbeiten. Konkret heißt es, dass nach der Sprengstoffverordnung unter bestimmten Voraussetzungen eine Ausnahme vom Verbot des Abbrennens von pyrotechnischen Gegenständen zugelassen. In den Nebenbestimmungen heiß es, dass die Gemeinde Rickenbach „von allen anfallenden Schadensersatzforderungen freizustellen ist“. Und: „Für etwaige Unfälle oder Sachbeschädigungen haftet die antragstellende Person.“