Rickenbach – Trotz teils kritischer Äußerungen zum neuen Kindergartenbedarfsplan 2018/19 wurde dieser vom Gemeinderat in der Sitzung am Dienstag mit deutlicher Mehrheit genehmigt. Volker Matt und Matthias Vogt enthielten sich der Stimme. Somit machte der Gemeinderat den Weg frei für einige Änderungen im Kindergartenwesen der Gemeinde Rickenbach. Demnach wird die derzeit bestehende Familiengruppe im Kindergarten Hottingen für Ein- bis Sechsjährige vorübergehend für ein Jahr in eine Gruppe von Zwei- bis Sechsjährigen geändert. Dadurch werden bis zu zehn zusätzliche Plätze geschaffen. Der Haken: Einjährige werden in Hottingen vorübergehend nicht aufgenommen, was bisher ohnehin nicht der Fall war. Die Halbtagesgruppe im Kindergarten Rickenbach soll für ein weiteres Jahr bestehen bleiben. Und: Die Kindergartenanmeldungen werden nach dem Geburtsdatum berücksichtigt, so dass ältere Kinder Vorrang haben – mit Ausnahme der Kinder im Kindergarten Willaringen, die dort bereits gleichzeitig Geschwisterkinder haben.

Schließlich beschloss der Rat die Einrichtung einer 15-Prozent-Stelle im Rathaus für Kindergartenangelegenheiten. „Das heißt, wir schaffen eine neue Anlaufstelle“, sagte Bürgermeister Dietmar Zäpernick. Momentan sind die Kindergartenangelegenheiten auf verschiedene Stellen in der Verwaltung verteilt, erklärte er, dieser Aufgabenbereich soll künftig gebündelt bei einer Stelle verankert sein. „Dadurch werden Kapazitäten im Haupt-, Bau- und Ordnungsamt frei, die wir dringend für die anstehenden Projekte brauchen“, so Zäpernick. Gemeinderat Peter Kermisch begrüßte diesen von der Ratsrunde bereits vorigen Herbst diskutierten Beschlussvorschlag: „Die Stelle ist gerechtfertigt, denn Kindergärten haben einen hohen Stellenwert in Rickenbach“, fand Kermisch.

Woran sich Teile des Gemeinderates störten, machte der Blick auf die Situation im Kindergarten Willaringen deutlich. Dieser ist laut Bürgermeister Zäpernick „dauernd überbelegt“. Deshalb ergeben sich zu wenig Plätze für Wunschanmeldungen, was dazu geführt hat, dass drei Kinder aus dem „Zwergennest“ nicht in die Regelgruppe übernommen werden können – obwohl die jeweils älteren Geschwister zeitgleich diesen Kindergarten besuchen. Zäpernick sprach in dem Zusammenhang von „Härtefällen“. Manfred Eckert forderte, „dass Geschwisterteile stark berücksichtigt werden“. Martina Lütte hakte nach: „Es kann nicht sein, dass wir einen Kreuz- und Querverkehr haben und dass die Willaringer Kinder nach Hottingen müssen.“ Auf der anderen Seite betonte Ehrfried Mutter: „Wir haben genügend Plätze, aber nicht unbedingt dort, wo es die Eltern wollen. Da erfüllen wir unsere Pflicht.“ Ähnlich Walter Waßmer: „Dieses Jahr haben wir eine angespannte Situation. Wenn es so weiter geht, müssen wir einen Anbau überlegen.“

Aber: Laut Bürgermeister Zäpernick „haben wir im September 2019 die Luft aus dem Kessel“. Bis dahin soll mit den am Dienstag gefassten Beschlüssen die Lage überbrückt werden. Derzeit wohnen in der Gemeinde Rickenbach 213 Kinder im Kindergartenalter. In den vier Kindergärten stehen insgesamt 171 Plätze zur Verfügung: in Willaringen 57, in Rickenbach 59, in Hottingen 40 und im Waldorfkindergarten 15.