Rickenbach Gemeinderat: Gesprächsbedarf bei Feuerwehr und Kindergarten

Wie sieht die Zukunft der Kindergärten und der Feuerwehr in Rickenbach aus? Damit beschäftigte sich der Gemeinderat im Zuge seiner Haushaltsberatung. In der Diskussion war die Fusion der Abteilungen sowie der Umzug des Kindergartens Hottingen.

In Rickenbach geht es um mehr als „nur“ um den Ausbau, Umbau oder Neubau von gemeindeeigenen Gebäuden. Dies machte die Gemeinderatssitzung am Dienstag einmal mehr deutlich. Denn an dem Abend, der den künftigen Umgang mit hauptsächlich von den Vereinen genutzten Häusern thematisierte, kam die grundsätzliche Ausrichtung der Gemeinde in punkto Feuerwehr und Kindergarten zur Sprache. Wobei klar wurde, dass noch reichlich Gesprächsbedarf vorhanden ist. Oder, wie es Gemeinderat Werner Schlachter auf den Punkt brachte: „Es fehlt uns am Mut, der Bevölkerung zu sagen, was wir machen. Wir reden um den Brei herum.“

Schlachter hatte dabei ein in Rickenbach umstrittenes Thema im Fokus: die Fusionierung der Feuerwehrabteilungen, wie sie im Feuerwehrbedarfsplan der Gemeinde empfohlen wird. Das Papier empfiehlt bei den fünf Abteilungen drei Ausrückebereiche. Eine Umsetzung der Empfehlungen aus dem Feuerwehrbedarfsplan ist bislang an unterschiedlichen Positionen, was zusammenzulegende Abteilungen angeht, gescheitert. Umgesetzt haben die Empfehlung bisher einzig die Abteilungen Rickenbach und Altenschwand im Jahr 2012. „Die Fusionierung der Feuerwehr sollte angezogen werden“, forderte nun Werner Schlachter mit Blick auf die Abteilung Hottingen. Die hatte zwar unlängst eine Fusion mit der Abteilung Rickenbach-Altenschwand einstimmig abgelehnt, erinnerte Bürgermeister Dietmar Zäpernick. Trotzdem wollte Gemeinderat Peter Kermisch „die Feuerwehr Hottingen gerne in Rickenbach sehen“. Ähnlich Martina Lütte: Im Zug der Erweiterungspläne für das Feuerwehrhaus am Standort Rickenbach mit Räumen für die Jugendfeuerwehr „soll auch die Hottinger Abteilung ins Boot geholt werden“.

Ausgelöst hatte die sachlich geführte Debatte Gemeinderat Andreas Vogt. Er fand, dass der Rat – was den Umgang mit dem ehemaligen Schulhaus in Altenschwand oder der Vereinshalle in Hottingen anging – „nicht entscheidungsfähig ist, weil wir nicht richtig diskutiert haben“. Dann brachte er folgendes Gedankenspiel in die Runde: „Eventuell könnte man den Kindergarten Hottingen dem Kindergarten Rickenbach angliedern. Dann könnte man im Kindergarten Hottingen einen Bürgersaal einrichten und die Vereinshalle im selben Ort abreißen.“ Vogt berief sich auf die Klausurtagung des Gemeinderates im März, an der eben diese Ideen zur Sprache gekommen seien. Bürgermeister Dietmar Zäpernick trat in dem Punkt auf die Bremse. „Das wollen wir in Ruhe diskutieren“, fand er. Immerhin: Rein räumlich wäre der Umzug des Hottinger Kindergartens nach Rickenbach möglich, denn nach dem Umbau der Rickenbacher Grundschule würden dort zwei bisher von der Schule genutzte Räume frei – „allerdings frühestens in drei Jahren“.

<strong>Die Vereinshalle Hottingen</strong> (hinten): Soll sie repariert oder abgerissen werden?
Die Vereinshalle Hottingen (hinten): Soll sie repariert oder abgerissen werden? | Bild: Peter Schütz
<strong>Der Kindergarten</strong> in Hottingen könnte zum Bürgersaal werden.
Der Kindergarten in Hottingen könnte zum Bürgersaal werden. | Bild: Peter Schütz

Für die Beschäftigten des Hottinger Kindergartens würde sich, bis auf die örtliche Verlegung, nichts ändern. Denn, so Zäpernick: "Wir bräuchten sie dann in Rickenbach."

Wogegen Gemeinderat Ehrfried Mutter einwendete: „Wir sollten uns davor hüten, alles zu zentralisieren.“ Mit Blick auf die baulichen Vorhaben der Gemeinde Rickenbach, deren Schwerpunkt die Grundschule bildet, sagte er: „Aufgrund der Förderung für die Schule haben wir den Rahmen voll, jetzt müssen wir für die anderen Gebäude planen – eventuell mit einem externen Planer.“ Interessant an der Diskussion um das Schulhaus in Altenschwand (Abriss oder Neubau circa 2020 nach Stellung der Förderanträge aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum 2019) war, dass ausgerechnet zwei Altenschwander Gemeinderäte sich für einen Abriss aussprachen. Manfred Eckert sagte, er sei für einen Abriss, „weil das ein uraltes Gemäuer ist“. Eine Sanierung des bestehenden Gebäudes sei „nicht kalkulierbar“, und: „Wenn das Türmlein wieder herkommt, hat das Haus den Charakter von heute.“ Ebenso Matthias Vogt: „Mit dem Abriss und Neubau des Gebäudes hätten wir die Kosten besser im Griff als mit einer Sanierung.“

<strong>Schulhaus in Altenschwand:</strong> Soll es saniert oder durch Neubau ersetzt werden?
Schulhaus in Altenschwand: Soll es saniert oder durch Neubau ersetzt werden? | Bild: Peter Schütz

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