Schon seit mehren Tagen versammeln sich größere Gruppen Weißstörche auf einer Wiese am Bergalinger Fernsehturm. Für etliche Passanten werden die eleganten Vögel zum beliebten Fotomotiv. Denn Störche in so großer Anzahl sind auf dem Hotzenwald eher ungewöhnlich. Was genau sie dort machen, dazu weiß Rudi Apel, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) in Görwihl, mehr. „Wahrscheinlich suchen sie Futter“, vermutet Apel. Vielleicht seien sie auch mit den Jungstörchen vor Ort. Aber warum dort und warum in so großen Gruppen?

Größere Gruppen von Störchen werden derzeit bei Bergalingen gesichtet. Sie suchen in den höheren Lagen nach Futter, weil das Angebot im Tal auch für sie immer dürftiger wird. Bild: Antonia Lüber
Größere Gruppen von Störchen werden derzeit bei Bergalingen gesichtet. Sie suchen in den höheren Lagen nach Futter, weil das Angebot im Tal auch für sie immer dürftiger wird. Bild: Antonia Lüber | Bild: antonia lüber

„Es gibt solche Ansammlungen“, sagt Rudi Apel zu diesem Phänomen. Allerdings normal nicht auf dem Hotzenwald. Als Grund für ihr Erscheinen vermutet er die Hitze. Wenn Störche irgendwo in der Gegend auftauchen, dann weiter unten. Da aber die Wiesen im Tal vielfach ausgetrocknet sind und die Störche dort kein Futter mehr finden, suchen sie in höheren Lagen. Deshalb flogen sie wohl in den Hotzenwald, vermutet Apel, da es dort kühler und feuchter ist. Es besteht somit eine größere Chance für die Störche, ein paar Frösche zu finden. Die Störche sind auf dem Hotzenwald auch deshalb seltene Gäste, weil sie in der Regel dort nicht brüten und ihre Futterquellen in normalen Jahren im Tal liegen.

Obwohl Störche eigentlich Einzelgänger sind, ist ihr Auftauchen in größeren Gruppen in Orten mit niedrigerer Höhenlage kein Einzelfall. An der Wehra-Mündung wurden schon 97 Störche gezählt, obwohl das in dem Ausmaß auch nicht häufig vorkommt, meint Apel. „Wenn sie eine gute Futterquelle gefunden haben, kommen sie schon öfters wieder an dieselbe Stelle“, betont er. Zu ihrem Beuteschema gehören dabei neben Fröschen auch Mäuse.

Große Umstände macht es den Vögeln übrigens nicht, sich weiter von ihrer Brutstätte wegzubegeben. Rudi Apel erklärt: „Von Lörrach nach Görwihl brauchen die vielleicht zehn Minuten“. Bekannte Brutstellen in der Umgebung gibt es in Beuggen oder in Möhlin in der Schweiz. Ob die Störche von dort kommen, kann Apel aber nicht mit Bestimmtheit sagen.

Rudi Apel beschäftigt sich schon seit über 30 Jahren mit Vögeln und kennt sich deshalb gut aus. Sein Wissen hat er sich selbst angeeignet. „Ich habe viele Leute kennengelernt und bin viel unterwegs und manchmal ruft auch die Zeitung an“, schmunzelt er. Auch Fachzeitschriften oder Ähnlichem hat er sein allgemeines Wissen über Vögel zu verdanken. Für ihn ist es ein Hobby. Sein absolutes Spezialgebiet seien jedoch die Schwalben.