Die Soziale Börse hat auch in Rickenbach Fuß gefasst. Anfangs hauptsächlich in der Gemeinde Görwihl angesiedelt, nehmen mittlerweile rund 25 Personen in Rickenbach das Angebot der Nachbarschaftshilfe Hotzenwald an. Diese Zahl nannten Einsatzleiterin Monika Gerspacher und Vorsitzende Claudia Huber in der Gemeinderatssitzung am Dienstag.

Die Soziale Börse betreut im Hotzenwald 65 Personen mit 65 Helfern. In Görwihl werden ebenfalls 25, in Herrischried 15 Personen betreut. „Unser Anliegen ist, dass die alten Menschen so lange wie möglich zuhause bleiben können“, erklärte Claudia Huber, „aber wir sind keine Sozialstation, wir wollen damit nicht in Konkurrenz treten“.

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Die Soziale Börse besteht seit 2011, ist seit 2017 ein eingetragener Verein und wird kirchlich organisiert. Die Konfession spiele bei den Betreuungssuchenden aber keine Rolle, betonten Gerspacher und Huber. Seit ihrem Bestehen hat die Soziale Börse einen Aufschwung erlebt. In nur drei Jahren haben sich die Einsatzstunden von 2589 Stunden in 2016 auf über 5000 Stunden in 2018 verdoppelt. Und es könnten noch mehr werden: Bis Juli 2019 wurden über 4000 Stunden geleistet.

Der Bedarf besteht

„Wir machen nur Betreuung, aber keine Pflege“, berichteten Huber und Gerspacher am Dienstag. Dass die Soziale Börse im Hotzenwald gut ankommt, wird daran ersichtlich, dass auch in Rickenbach Helfer bereit sind, Einsätze zu verrichten. Claudia Hubers Fazit: „Wir sind gut aufgestellt.“ Gemeinderat Lorenz Maurer begrüßte das Angebot der Sozialen Börse.

„Ein Bedarf besteht“, sagte er. Auch Bürgermeister Dietmar Zäpernick richtete ein Lob an die Vertreterinnen der Nachbarschaftshilfe: „Sie füllen eine Lücke und machen ausgezeichnete Arbeit.“ Es sei wichtig, dass bekannt ist, dass es diese Form der Nachbarschaftshilfe gibt, so Zäpernick. Weswegen er Huber und Gerspacher dazu eingeladen habe, das Projekt vorzustellen.

Die Hilfeleistungen der Nachbarschaftshilfe werden nach Stunden berechnet. Der Stundensatz orientiert sich an den jeweils gültigen Tarifen des Pflege-Mindestlohnes. „Wir helfen, wo Hilfe geraucht wird“, lautet das Credo des Vereins. Er unterstützt beim gemeinsamen Zubereiten von Mahlzeiten, beim Einkaufen oder Erledigen von Besorgungen, bei Alltagsaufgaben, bei Kinderbetreuung, Gartenarbeit oder kleinen Reparaturen in der Wohnung.