Im Anschluss an die Kuratoriumssitzung der Dorfhelferinnenstation Bad Säckingen-Rickenbach-Wehr hatten die Aktiven eine kleine Feier zum 60-jährigen Bestehen der Station organisiert, zu der auch einige ehemalige Dorfhelferinnen gekommen waren. Der bisherige Kuratoriumsvorsitzende Georg Keller gab einen kurzen Rückblick über die Geschichte der Station, Franziska Hummel vom Dofhelferinnenwerk in Sölden referierte über das funktionierende Netzwerk der Dorfhelferinnen und Dekan Peter Berg sprach vor dem anschließenden Sektempfang ein abschließendes Segensgebet.

 

"Engel vor Ort"

Keller bezeichnete die Dorfhelferinnen als "Engel vor Ort" und die Einrichtung als eine, die man erfinden müsste, gäbe es sie nicht bereits. Sein Wunsch für die Zukunft sei, dass dieses große Gemeinschaftswerk alle etwaigen politischen Wirren heil überstehen möge. Sein besonderer Dank gelte der Gruppe der Aktiven mit Margrit Eckert-Schneider als dienstältester Dorfhelferin, die 2017 ihr 25-jähriges Dienstjubiläum hatte feiern können, mit Einsatzleiterin Heike Maichel, Christine Beck, die seit acht Jahren zum Team gehöre, sowie Dorothea Glockner, die seit zwei Jahren dabei sei.

Franziska Hummel hob hervor, dass die Dorfhelferinnen dafür Sorge tragen, dass sich für Familien in Notsituationen etwas zum Besseren ändere. Jeder Einsatz sei anders, ein Überraschungspaket sozusagen. Dabei sei die Hilfe äußerst effektiv, weil die jeweilige Dorfhelferin genau auf die Bedürfnisse der Familie eingehen könne. Das Dorfhelferinnenwerk verfüge aktuell über 280 Fachkräfte, und sie sei stolz drauf, bis heute kontinuierlich immer mehr einstellen zu können als sie verabschieden müsse.

Anfänge im Jahr 1954

Die ersten Dorfhelferinnen wurden aufgrund der Initiative der aus Bad Säckingen stammenden Landfrauenreferentin der Erzdiözese Freiburg, Elisabeth Schwander, im August 1954 in Sölden ausgebildet. Als fünfte Station überhaupt gründete sich die in Rickenbach im Juli 1958, so dass man die Dorfhelferinnenstation Bad Säckingen-Rickenbach-Wehr zu Recht als waschechtes Rickenbacher Kind bezeichnen kann.

1963 kamen die damals noch selbständigen Gemeinden Hänner und Oberhof dazu, 1973 hatte die Station den Bereich Vorderer Hotzenwald inne, 1981 wurde diese Konstellation wieder aufgelöst, die Trägerschaft, aufgeteilt in politische Gemeinden einerseits und katholische wie evangelische Kirchengemeinden andererseits, blieb jedoch erhalten.

Im Jahr 2001 stellte der Caritasverband die Familienhilfe in Bad Säckingen und Wehr ein, sodass sich diese beiden Städte 2002 der Rickenbacher Station anschlossen. Heute gliedert sich die Trägerschaft in 60 Prozent Gemeindeanteil von Bad Säckingen, Rickenbach und Wehr, 28 Prozent Anteil der katholischen Kirchengemeinden St. Fridolin und St. Martin Bad Säckingen, St. Gordian und Epimachus Rickenbach sowie St. Martin Wehr und St. Ulrich Öflingen und schließlich 12 Prozent Anteil der evangelischen Kirchengemeinden Murg, Wehr, Bad Säckingen und Öflingen.

Lob für Maria und Georg Keller

Dekan Peter Berg hob ganz besonders die hohe Einsatzbereitschaft von Georg und Maria Keller hervor. Mit viel Herzblut hätten sie sich all die Jahre hinweg eingebracht. Und aus den Reihen der Dorfhelferinnen selbst kam der ergänzende Kommentar, die Arbeit der Dorfhelferin sei nicht nur, wie Keller es formuliert hatte, vielfältig wie das Leben selbst, sie stünden dank ihrer guten Vernetzung mit den Nachbarstationen und der hohen Flexibilität aller Mitarbeiterinnen, auch jederzeit rund um die Uhr zur Verfügung.

Die Vernetzung, so Heike Maichel, sei indes nicht nur innerhalb der Station gegeben, nicht nur zwischen den Stationen untereinander, sondern sie reiche noch viel weiter. So könne sie jederzeit auf die nächsthöhere Stufe des Dorfhelferinnensystems zugreifen und sich bei Terminproblemen an Raphaela Gunkel, die Koordinatorin für die Region Hochrhein wenden, und im Zweifelsfall sogar an Franziska Hummel nach Sölden. Aufgrund dieses äußerst effektiven Zusammengreifens aller Ebenen hätte sie noch nie ein von der zuständigen Stelle bewilligtes Hilfeersuchen ablehnen müssen.