Es wird vorerst nichts mit der Urnenanlage auf dem Rickenbacher Friedhof. Das Konzept, das Bürgermeister Dietmar Zäpernick und sein Team dem Gemeinderat am Dienstag vorgestellt hat – ein Grünstreifen, auf dem 24 Urnen in Wellenlinie eingesetzt werden könnten – ging zwar als gut gemeint durch, fiel jedoch als „hemdsärmliger Schnellschuss“ in Ungnade. Zuerst müsse ein grundsätzliches Konzept her, forderte die Mehrheit des Rates. Was Sinn macht, weil es auf dem Friedhof ungenutzte Flächen gibt. Andererseits ist bereits ein Konzept vorhanden. Das ist etwa zehn Jahre alt und hat seinerzeit Geld gekostet. Es soll nun dem Gemeinderat zur Einsicht zugestellt werden, damit dieser eine Basis für weitere Gespräche und Ideen hat. Denn ein Friedhof, auch wenn es sich etwas seltsam anhört, bleibt in Bewegung. Neue Gräber kommen, alte Gräber werden entfernt, es entstehen Lücken, müssen Wege und Mauern saniert werden, und während der warmen Jahreshälfte ist der Rasenmäher der Boss. Eine weitere Erkenntnis, die sich aus der Friedhofs-Diskussion im Gemeinderat ergab, ist der Umstand, dass nicht alle, die auf dem Friedhof landen, dort bleiben. Margrit Eckert-Schneider berichtete von einer Stelle, die im Winter schon mal rutschig sein kann. Es gebe einen Weg, „da muss man sich am Holzgeländer halten, dass man nid uf d´ Schnöre flügt“, sagte sie. Es wurde noch interessanter. Als Hauptamtsleiter Markus Wagner einen Bronzedeckel für die vorerst nicht bewilligten Urnenkammern präsentierte, stach darauf der Name Elvis Aaron Presley hervor. Womit sich die Frage stellte, ob die Überreste vom King of Rock´n´Roll nach Rickenbach übersiedelt werden sollen. Mit denen einer anderen Legende, Marilyn Monroe, deren Name ebenfalls in den Deckel eingraviert war. Aber nein, es ist alles anders. Warum, wusste der Bürgermeister. Für alle deutlich vernehmbar rief er: „Aber der lebt noch, der Elvis!“ Und Marylin Monroe? Auch sie: auf ewig unsterblich.

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