Eckard Bölecke (50) und sein Sohn Marco (14) aus Rickenbach betreuen im Hotzenwald seit 2014 als Wuhrenwarte einen acht Kilometer langen Abschnitt des Heidenwuhrs. Was haben sie dabei zu tun? „Das Wasser im Wuhr halten!“, lautet die simple und einleuchtende Antwort Eckard Böleckes. Dies müsse durch ständige Kontrollen und Reparaturen an den Dämmen sichergestellt werden.

Das Heidenwuhr beginnt an der Stellfalle, als Ableitung vom Seelbach.
Das Heidenwuhr beginnt an der Stellfalle, als Ableitung vom Seelbach. | Bild: Peter Koch

Kleinere Wasseraustritte könnten mit Quelllehm gestopft, größere Schäden, gerade im steilen Gelände, müssten mit Beton ausgebessert werden, erläutert Bölecke. Dafür greifen er und sein Sohn selber zu Schaufel und Schubkarren, um abgesackte Stellen mit Mineralgemisch aufzufüllen und zu befestigen. „Wenn Arbeiten ein Ausmaß annehmen das wir selber nicht stemmen können, dann vergebe ich auch Aufträge an Firmen“, berichtet Blecke. Die Kosten für den Erhalt des Heidenwuhres tragen die Gemeinden Rickenbach und Bad Säckingen, auf deren Gemarkung der künstliche Bach verläuft.

Eis und Wasser: Die Winterlandschaft an der Wuhre hat auch ohne Schnee einen besonderen Reiz.
Eis und Wasser: Die Winterlandschaft an der Wuhre hat auch ohne Schnee einen besonderen Reiz. | Bild: Peter Koch

Das Entfernen von Ästen aus dem Wasserlauf, das Mähen der Randstreifen, das Entfernen von Bewuchs und das Freihalten der Wege sind weitere Aufgaben der Wuhrenwarte. „Gerade jetzt im Winter müssen wir regelmäßig Äste aus dem Wasser entfernen, da sich dort sonst Laub sammelt, das zu Stauungen führt“, sagt Marco.

Regelmäßig müssen Äste und Laub entfernt werden.
Regelmäßig müssen Äste und Laub entfernt werden. | Bild: Peter Koch

Vor etwa zwei Jahren führte eine Stauung im Winter dazu, dass sich große Eisplatten bildeten, die das Wuhr blockierten. Das Wasser ergoss sich unterhalb von Bergalingen über die Landstraße. Auf einer Länge von etwa 30 Metern war die Straße von einem dicken Eispanzer überzogen. Die Feuerwehr Bergalingen kam zu Hilfe und gemeinsam wurde das Eis mit Spitzhacken entfernt.

Bölecke betreibt dieses Amt im Minijob und quasi als Hobby. „In der Regel sind wir zweimal in der Woche am Wuhr, der Arbeitsaufwand beträgt zirka 30 Stunden im Monat. Mal mehr mal weniger.“ Es hängt vor allem davon ab, ob gerade größere Reparaturen anfallen.

Eine jahrhundertealte Trockenmauer fängt den Hang ab.
Eine jahrhundertealte Trockenmauer fängt den Hang ab. | Bild: Peter Koch

Eingestellt hat ihn die Gemeinde Rickenbach. Als er durch Zufall mitbekam, dass die Stelle vakant werden würde, bewarb er sich. Eine Ausbildung gab es keine. „Aber ich bin gelernter Schlosser und nicht ungeschickt. Wenn mal Fragen kamen, am Anfang, dann hab ich meinen Vorgänger oder erfahrene Kollegen befragt“, berichtet der Wuhrenwart.

„Wir haben mal ein totes Wildschwein aus dem Wuhr geborgen oder ein Rehkitz aus einem angrenzenden Weidezaun befreit, aber spektakuläre Kriminalfälle hatten wir bisher nicht“, schmunzelt Bölecke. Spektakulär an seinem Arbeitsplatz ist vor allem die Natur und die Aussicht über Wälder und Wiesen auf die Schweizer Alpengipfel. Diese können im Augenblick auch Winterwanderer gut genießen. Die Wege sind schneefrei, es herrschen gute Bedingungen für Fernsicht, und die Sonne scheint regelmäßig.