Kult ist selten, bedeutet aber nicht, dass es immerweitergeht. Das gilt auch für die Burn-Out-Partys der Motorradfreunde Hotzenwald. Die 21. Auflage am 5. und 6. Juli in Bergalingen wird die letzte sein – Kultstatus hin oder her. Darauf haben sich die Veranstalter geeinigt. „Wir haben jedes Jahr abgestimmt, ob wir wieder eine Burn-Out-Party machen“, erklärt Vorsitzender Christian Bartholome, „aber die, die mitziehen, werden immer weniger“. Und: „Jetzt haben wir beschlossen, dass wir das noch einmal machen. Das ist ein guter Zeitpunkt, um den Deckel draufzumachen“, so Bartholome.

„Ein guter Zeitpunkt, um den Deckel draufzumachen“, sagt Christian Bartholome, Vorsitzender der Motorradfreunde Hotzenwald, über die Burn-Out-Party.
„Ein guter Zeitpunkt, um den Deckel draufzumachen“, sagt Christian Bartholome, Vorsitzender der Motorradfreunde Hotzenwald, über die Burn-Out-Party. | Bild: Peter Schütz

Dazu sollte man wissen, dass Organisation, Auf- und Abbau des größten Bikertreffens weit und breit kein Pappenstiel sind. Da sind viele helfende Hände gefordert. „Wir fangen am Mittwoch mit dem Zeltaufbau an und am Montag darauf ist alles wieder vorbei“, berichtet Bartholome, seit 2012 Vorsitzender der Motorradfreunde Hotzenwald. Deren Vereinsheim befindet sich außerhalb der Ortschaft Hottingen vor dem Süßhof in Richtung Oberwihl. Dort laufen die Fäden zusammen, dort werden die Pläne geschmiedet.

In der Donnerkuppel geht es heiß her.
In der Donnerkuppel geht es heiß her. | Bild: Verein

Obwohl es die letzte Burn-Out-Party sein wird, wollen sich die Veranstalter nicht lumpen lassen. Donnerkuppel, Festzelt, zwei Livebands, Table-Dance, Saftiges vom Smoker-Grill, Drinks bis zum Abwinken, Leistungsprüfstand, großer Zeltplatz, Duschmöglichkeit, zweimal Frühstück (vom Frauenkreis Hottingen angeboten), Weinstand, Lagerfeuer und vieles mehr – es ist allerhand, womit die Motorradfreunde den Anlass beim Sportplatz in Bergalingen bewerben.

Das könnte Sie auch interessieren

„Es gibt viel zu managen“, sagt Bartholome. Im Fokus steht auch die Zusammenarbeit mit Institutionen und anderen Vereinen. Die Polizei wird involviert, das DRK, die örtliche Feuerwehr für die Parkplatzeinweisung, der FC Bergalingen, der den Weinstand betreut, und der Frauenkreis Hottingen am Samstag- und Sonntagmorgen. „Es sind viele freiwillige Helfer beteiligt, ohne sie würde es gar nicht gehen“, so Bartholome. Deshalb gilt sein Dank „allen Helfern, Vereinen und Gönnern und vor allem der Familie Bruno und Klara Müller, die uns die ganzen Jahre den Platz zur Verfügung stellen“.

Die Geschichte

Alles begann im „Adler“ in Rickenbach im Frühjahr 1993. Einige Motorradfahrer der Rickenbacher Ortsteile trafen sich, um Ausfahrten besser abzusprechen. Vorsitzende der lockeren Gemeinschaft waren Roland Kohlbrenner und Karl Metzger. Clubheim war die Hütte „Alpenblick“ zwischen Altenschwand und Hottingen. Bernhard Blattert, Eigentümer der Hütte und später Mitglied der Motorradfreunde Hotzenwald 1993 sowie Wolfgang Schäuble, der „offizielle“ Pächter der Anfangszeit, zeigten sich fortan als Gönner. Erster Hüttenchef war „Joe“ Ernst. Das erste Motorradfest fand 1994 im Stollen beim Kraftwerk Hottingen statt und hieß „Stollefäscht“, das zweite folgte im Jahr darauf. 1996 zog der Verein mit seinem Fest nach Bergalingen auf den alten Kickplatz um. Bruno Müller gab grünes Licht auf seinem Feld. 1997 wurde der Anlass in „Streetfighter Party“ umbenannt, 1999 in Burn-Out-Party. Den Erlös der sechsten Party (3200 Mark) spendete der Verein der Diakonie. 2008 gab es anstelle der Burn-Out-Party eine „Hot-Rock-Party“ mit Zirkuszelt. 2010 beschloss der Verein, die Partys alle zwei Jahre zu organisieren.