Die Vorfreude auf den nach Ostern vorgesehenen Spatenstich für den Anbau der Rickenbacher Grundschule bekam in der Gemeinderatssitzung am Dienstag einen Dämpfer. Laut Bürgermeister Dietmar Zäpernick gibt es bei den ersten Gewerken Mehrkosten von rund 250 000 Euro. Ein Auslöser dafür war das einzige Angebot für die Rohbauarbeiten der Firma Gugelberger mit 1,6 Millionen Euro brutto, gut 200 000 Euro mehr als ursprünglich berechnet.

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„Seit der Kostenschätzung haben sich die Baukosten um vier Prozent erhöht“, begründete Zäpernick den Kostenanstieg. Der Rohbau war mit 1,4 Millionen Euro berechnet, eigentlich kein schlechtes Preisvolumen, aber: „Größere überregionale Firmen haben kein Interesse, weil der Umfang beim Rohbau zu groß und zu kompliziert ist, so dass wir am Ende nur das Angebot von Gugelberger hatten“, erklärte Zäpernick. Und: „Das heißt, es gab keinen echten Wettbewerb.“

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Architekt Max Lauer (Architektbüro Spiecker, Sautter, Lauer aus Freiburg, es plant auch den Ausbau der Schule in Herrischried) sagte dazu: „Gugelberger hat gut kalkuliert. Aber wenn wir mehrere Angebote gehabt hätten, hätten wir sicher ein günstigeres gehabt.“ Besser sah es bei den Elektroarbeiten aus. Von vier Angeboten war dasjenige der Firma KBE (Klaus Bächle, Herrischried) mit 580 000 Euro das wirtschaftlichste und mit rund 70 000 Euro unter der Kostenberechnung. Die Kosten für die Heizungsinstallation blieben im Rahmen (382 000 Euro, Firma Hierholzer, Buch), wogegen diejenigen für die Lüftungsinstallation mit 455 000 Euro brutto (Binkert Haustechnik, Birndorf) über dem Ansatz von 288 000 Euro netto zu liegen kam. Auch die restlichen Arbeitsvergaben werden teurer als geplant: die Sanitärinstallationen (Hierholzer, Buch) kommen auf 195 000 Euro brutto zu stehen, die Kostenschätzung lag bei 143 000 Euro netto. Und die Gebäudeautomation (Firma Avocos, Freiburg) kostet 151 000 Euro brutto, 11 000 Euro über der Berechnung.

Insgesamt 8,3 Millionen Euro

Den Einwand von Gemeinderat Matthias Vogt, man liege bei „weit über zwei Millionen Euro“, konterte Rechnungsamtsleiterin Hildegard Bayer so: „Die Arbeitsvergaben sind gedeckt.“ Dietmar Zäpernick äußerte die Hoffnung, „dass wir nicht weiter drüber kommen, sondern Einsparungen machen“. Für Anbau, Umbau und Sanierung der Grundschule sind insgesamt 8,3 Millionen Euro berechnet, davon sind 2,5 Millionen im Haushalt 2019 eingestellt.