Die Trachtenkapelle Altenschwand hat mit musikalischer Vielfalt und einem flotten, gut gemischten Programm ihr Publikum begeistert. Mit einfallsreichen Gags und der neuen Bühnentechnik in der Willlaringer Gemeindehalle brachten die Musiker die Zuhörer auch zum Lachen.

Traditionell am Samstag vor dem Ersten Advent lädt die Trachtenkapelle Altenschwand zu ihrem Jahreskonzert in die Gemeindehalle in Willaringen ein. Unter dem Konzertmotto „Mythen, Sagen, Paare“ hatten die Musiker mit ihrem Dirigenten Herbert Gramsch ein breit gefächertes Programm einstudiert, das für viele Geschmäcker etwas bereithielt.

Mit dem Eröffnungswerk „Fanfare For The Common Man“ (für den Mann auf der Straße) von Aaron Copland hatten die Musiker einen kurzen, rhythmischen Auftakt gewählt, bei dem die Trompeter lautstark dominierten. Vielen dürfte die Keith-Emerson-Version bekannt sein, die bei den Medaillenzeremonien der Olympischen Spiele 2012 in London verwendet wurde.

Fulminanter Auftakt: Bereits mit dem ersten Titel „Fanfare For The Common Man“ (für den Mann auf der Straße) hatten die Trompeter Gelegenheit, sich in Szene zu setzen.
Fulminanter Auftakt: Bereits mit dem ersten Titel „Fanfare For The Common Man“ (für den Mann auf der Straße) hatten die Trompeter Gelegenheit, sich in Szene zu setzen. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

Nach dem fulminanten Auftakt folgte gleich ein Glanzpunkt des Abends, die schwierige Suite (eine Folge von mehreren Instrumentalsätzen) „Hymn Of The Highland, I. Arcross The Castle“ von Philip Sparke. Es rauschte im Hintergrund und die Klarinetten und Saxophone entführten die Zuhörer in die raue, neblige Landschaft des schottischen Hochlands.

Vor dem stilvollen Medley aus dem Disney-Fim „Merida“, „Highlights from Brave“ von Patrick Doyle, wurde dem Publikum die neue technische Ausrüstung der Gemeindehalle vorgeführt. Eine Leinwand wurde nach unten gefahren und ein Trailer (Filmvorschau) zu dem Animationsfilm aus dem Sommer 2012 wurde zur Begeisterung der Zuhörer vorgeführt.

Königstochter Merida: Viel Lob gab es für das Dekorationsteam, das die Halle passend zum Programm mottogerecht geschmückt hatte.
Königstochter Merida: Viel Lob gab es für das Dekorationsteam, das die Halle passend zum Programm mottogerecht geschmückt hatte. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

Anschließend demonstrierten Saxophon und Hörner Harmonie. Kraftvoll wurden die lyrischen, teilweise keltisch angehauchten Melodien vorgetragen. Danach durften sich die Schlagzeuger mächtig in Szene setzten und mit „Spanisch Fever“ von Jay Chattaway ging es in die Pause.

Gut besucht war das Jahreskonzert der Trachtenkapelle Altenschwand. Das Publikum erlebte einen abwechslungsreichen musikalischen Abend und war von der neuen Hallentechnik angetan.
Gut besucht war das Jahreskonzert der Trachtenkapelle Altenschwand. Das Publikum erlebte einen abwechslungsreichen musikalischen Abend und war von der neuen Hallentechnik angetan. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

Für zwei Zöglinge des Vereins, Tobias Mutter (Trompete) und Tim Bächle (Tuba) war das Jahreskonzert die Premiere mit den Großen. Nach der Pause erfolgte ein weiterer Gag mit der neuen Halleneinrichtung. Der Dirigent musste erst den Solisten mit dem bereitgestellten Telefon auf die Bühne bitten. Die Beschallung funktionierte zur Freude des lachenden Publikums bestens. Der abhandengekommene Musiker kam mit seiner riesigen Tuba hinter dem Vorhang hervor und die Polka-Liebhaber konnten sich über „Böhmisch klingt‘s am Schönsten“ von Kurt Paschner freuen. Tempo, die Lautstärke und die kleinen Verzögerungen stimmten. Im zweiten Teil standen die Musiker auf und das Publikum ging klatschend mit.

Hintere Reihe: Bei „Spanish Fever“ konnten sich die Schlagzeuger mächtig in Szene setzen.
Hintere Reihe: Bei „Spanish Fever“ konnten sich die Schlagzeuger mächtig in Szene setzen. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

Bei der Humoreske „Vater und Sohn“ von Josef Bach glänzten Nadine Mutter (Querflöte) und Joshua Ruschulte (Tuba) als Solisten. Gleich darauf folgte der Ohrwurm „Despacito“ von Luis Fonsi, der wohl populärste Sommerhit aller Zeiten mit sechs Milliarden Clicks. Es folgte der lebhafte volkstümliche Tanz aus Martinique „Beguine For Band“ von Glen Ossner. Bei der spanischen Marschfantasie „Arturo“ von Loronzo Pusceddu löste sich die Spannung, man sah erfreute Gesichter im Publikum, denn die Musiker hatten ein anspruchsvolles buntes Programm der Blasmusik erfolgreich gemeistert.

Dankesworte gab es für alle Noten- und Tombolaspenden und für drei Gastmusiker. Gina Sutter und Karoline Ücker haben bei den Posaunen ausgeholfen und Martin Metzger mit seiner Tuba. Viel Lob gab es für die Küche, die Technik und für das Dekoteam, das die Halle mottogerecht geschmückt hatte.

Das begeisterte Publikum wollte mehr. Ohne Zugabe wurden die Musiker nicht von der Bühne gelassen. Es folgte die erste mit „Swiss Whistle“. Aber das besondere Bonbon für die Zuhörer gab es ganz am Schluss des Abends: die böhmische Polka „Wir Musikanten“ von Kurt Gäbele. Viel Gefühl und gute Stimmung waren angesagt. Die Musiker standen auf, der ganze Saal ging klatschend mit, bis sich der Vorhang langsam schloss. Ein schöner Konzertabend ging zu Ende.