Nachdem der Caritasverband Hochrhein im Januar in einem Bürgergespräch auf die schwierige Lage des Cafés „Zartbitter“ in Rickenbach aufmerksam gemacht hatte, zeigt sich nun: Die sprichwörtliche Kuh ist immer noch nicht vom Eis, der Betrieb ist weiter defizitär. Durch ein verändertes Konzept mit neuen Angeboten soll die Auslastung des Cafés verbessert werden. Die Caritas will die Einrichtung weiter als „barrierefreies, soziales Zentrum“ der Begegnung für Gäste und mit beruflichen Perspektiven für die dort Beschäftigten betreiben.

Neben Bewirtung auch Vorträge

Konzeptionell sieht die Caritas das Café als Plattform für Austausch und Begegnung, die auch vom Engagement der Bürger in der Gemeinde lebt. Dazu gehört, dass das Café für Gruppen ab zehn Personen auch außerhalb der Öffnungszeiten regelmäßig oder einmalig öffnet. Mit der Vortrags-Reihe „Wissen nach 10“ soll das Profil einer Plattform ebenfalls gestärkt werden.

Mehr als ein reiner Gastronomiebetrieb

Caritas-Geschäftsführer Martin Riegraf betont, dass das Café mehr sein will als ein reiner Gastronomiebetrieb. Petra Hauser, Geschäftsbereichsleiterin Soziales und Projekte der Caritas, ergänzt: „Wer einen kleinen, feinen Rahmen sucht, sich im Interessenkreis zu treffen, Vorträge zu organisieren, ein regelmäßiges Spielcafé einzurichten oder eigene Ideen zu verwirklichen, findet an diesem Standort die Möglichkeit dazu.“

Verkürzte, aber verlässliche Öffnungszeiten

Riegraf erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung, man sei jetzt in der Situation, das Café „berechenbar“ zu führen. Dazu gehörten verringerte, aber verbindliche Öffnungszeiten von Donnerstag bis Sonntag und die Einführung einer Mittagsschließzeit. Personelle Umstrukturierungen, der Wechsel der Zulieferer und ein Feinschliff am Konzept seien weitere Maßnahmen, um den Café-Standort unter wirtschaftlichen Aspekten zu erhalten.

Hoher bürokratischer Aufwand für Flüchtlinge

Der ursprüngliche Anspruch, auch Flüchtlinge in den Betrieb zu integrieren, lasse sich aus bürokratischen Gründen nun doch nicht wie geplant umsetzen, erklärte Riegraf. Dafür gehörten derzeit drei Menschen mit besonderem Förderbedarf zum festen Team des Cafés, das außerdem noch drei Hauptamtliche umfasse.

Backwaren nun doch nicht von lokalen Herstellern

Den Großteil der Backwaren liefert künftig die Hochschwarzwälder Großbäckerei Gehri. Einzelne Konditorwaren werden von den Mitarbeitern selbst gefertigt. Das ursprüngliche Konzept, kleine regionale Bäcker und Konditoren als Zulieferer zu wählen, wird aktuell nicht mehr verfolgt. Zu kostenintensiv seien hier die Liefer- und Rücknahmebedingungen, erklärte der Caritas-Geschäftsführer.

Heute kalkuliert die Caritas vorsichtiger

Im Enthusiasmus der Gründungsstunde sei man sicherlich auch zu naiv an die Konzeption herangegangen, an einem so kleinen Standort den Personalkosten ausreichend Einnahmen gegenüberstellen zu können. Heute sei man durch die Erfahrung „kaufmännisch vorsichtiger“, sagte Riegraf.

 

Öffnungszeiten

Das Café "Zartbitter" in Rickenbach, Kirchstraße 8, hat donnerstags, freitags und samstags von 7 bis 12.30 Uhr, sonntags von 8 bis 12.30 Uhr geöffnet, außerdem samstags und sonntags von 14 bis 17.30 Uhr. Kontakt unter Telefon 07765/917 99 71 und per E-Mail (cafe.zartbitter@caritas-hochrhein.de).