Bei der Vorstellung der Sanierung des Eggbergbeckens durch die Schluchseewerk AG am Dienstag in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Rickenbach kam die Frage nach Dioxin auf. „Was ist mit dem Dioxin passiert?“, wollte Gemeinderat Ehrfried Mutter mit Blick auf die Beckensanierung 1992 wissen.

Der Hintergrund: Im Sommer 2012, also 20 Jahre danach, verfügte das Landratsamt Waldshut die Sperrung des Viehbestandes eines Landwirts in der Gemeinde Rickenbach, nachdem bei einer geschlachteten Kuh bei der Überprüfung des Fleisches erhöhte Werte von Dioxin und PCB (giftige und krebsauslösende organische Chlorverbindungen) festgestellt wurden.

Die Behörden gingen davon aus, dass belastete, nach der Beckensanierung 1992 als Dünger ausgebrachte Sedimente (vom Rhein ins Eggbergbecken gelangter Schlamm) auf landwirtschaftlichen Flächen die Ursache waren. 1992 wurden rund 100 000 Kubikmeter Rheinschlamm aus dem Becken geborgen, größtenteils auf mehreren Flächen in Rickenbach deponiert und von mehreren Landwirten als Dünger benutzt – getroffen hatte die Sperrung aber nur einen Landwirt.

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Die bei der Routineuntersuchung Ende 2011 festgestellten zu hohen Dioxin- und PCB-Werte wurden auch bei weiteren Tieren sowie auf einer Weide des betroffenen Landwirts festgestellt. Ob es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen den Sedimenten und der Fleisch- und Weidebelastung gab, wurde nie einwandfrei bewiesen.

„Wir haben nie gemauschelt“, erklärte Schluchseewerk-Pressesprecher Peter Steinbeck in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats am Dienstag. Und weiter: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen.“ 1992 sei es nicht vorgesehen gewesen, Sedimente, wie sie aus dem Eggbergbecken gebaggert wurden, auf Dioxin zu untersuchen, so Steinbeck.

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Tatsächlich gab es 1992 keine Vorschriften für die Überprüfung von Sedimenten aus Becken wie am Eggberg. Möglicherweise hatte sich das damals selbstständige Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz an der Klärschlammverordnung orientiert, dabei aber keine Prüfung auf Dioxin vorgenommen, wie dies heute geschehen würde. PCB war zu dieser Zeit ohnehin kein Thema. „Das Dioxinproblem war damals nicht unbekannt“, hielt Ehrfried Mutter dagegen. Er wolle nun Klarheit darüber, „was damals gelaufen ist und welche Behörde betroffen war“. Mutter weiter: „Ich fand nicht gut, dass das Problem auch vom Landratsamt unter der Decke gehalten wurde.“ Peter Steinbeck sagte dazu: „Damals gab es viel Schwerindustrie an Rhein und Aare.“ Und: „Inzwischen ist der Rhein sauber, die Schwerindustrie ist weg“, so Steinbeck. Dioxin gilt ab einer bestimmten Menge als gesundheitsschädlich.