Seit dem 1. Dezember 1999 betreibt der Ortsverein Rickenbach vom Deutschen Roten Kreuz die Wohnanlage für Betreutes Wohnen mitten im Ort. Die optimale Lage – ein Supermarkt, zwei Banken, eine Apotheke, mehrere Restaurants und der Busbahnhof befinden sich in unmittelbarer Nähe des Hauses – war ein Pfund, mit dem der damalige Bürgermeister Georg Keller den Gemeinderat dazu bewegen konnte, das Projekt mitzutragen und für einen Teil der Wohnungen die Betriebsträgerschaft zu übernehmen. Konkret: Investoren kauften die Wohnungen und vermieteten sie an die Gemeinde Rickenbach. Diese schloss und schließt nach wie vor mit den Bewohnern einen Mietvertrag ab und gewährleistet die verwaltungstechnische Abwicklung. Zwischen 1996 und 1998 übernahm die Gemeinde Geschäftsbesorgungsverträge für insgesamt zehn Wohnungen. 

Segensreiche Einrichtung

Senioren haben im Betreuten Wohnen die Möglichkeit, eigenverantwortlich in ihrem persönlichen Umfeld zu leben. Marion Vetter, derzeitige Leiterin Betreutes Wohnen, sagt dazu: „Man ist selbstständig und kann Kommen und Gehen, wie man will.“ Vetter weiß, wovon sie spricht, denn sie ist selbst Mitbewohnerin des Hauses. Auch Bürgermeister Dietmar Zäpernick konnte sich vor Ort von der „segensreichen Einrichtung“ überzeugen. Sein Eindruck: „Das ist eine recht gute Gemeinschaft, es sind alle gern dort.“ Das 20-jährige Bestehen wird nun am Mittwoch, 11. Dezember, ab 9 Uhr im Gemeinschaftsraum des Betreuten Wohnen gefeiert. Mit von der Partie werden unter anderem „Gründungsvater“ Georg Keller und Bürgermeister Dietmar Zäpernick, der zugleich Vorsitzender des DRK Rickenbach ist, sein.

Senioren wohnen mitten im Ort

„Mir war es wichtig, dass die Senioren und Seniorinnen mitten im Dorf sind“, blickt Georg Keller im Gespräch mit dieser Zeitung zurück. Das Betreute Wohnen war, so Keller, im Zug der Dorfentwicklungsmaßnahmen geplant. Dabei stand die enge Zusammenarbeit von DRK und Gemeinde im Vordergrund. Schon im Juli 1995 gab es erste positiv verlaufende Beratungen im Rot-Kreuz-Ortsverein Rickenbach, fünf Monate später stellte Keller das Konzept dem Gemeinderat vor, weitere fünf Monate später im Amtsblatt. Anstelle der früheren Metzgerei Hartecker entstand das Gebäude, in dem neben den Betreuten Wohnungen im ersten und zweiten Obergeschoß auch die Sparkasse Hochrhein im Erdgeschoß untergebracht ist, im Zug einer Neugestaltung des Ortskerns.

Eine Erbschaft macht es möglich

Die Absicherung von Hausnotruf und Betreuungsangeboten erfolgte von Anfang an durch ehrenamtliche Kräfte der Bereitschaft und des Arbeitskreises Sozialarbeit vom DRK-Ortsverein Rickenbach – zuerst in unterschiedlichen Räumen. Das Angebot, bestehend unter anderem aus Frühstück und, Spielenachmittage, wurde so gut angenommen, dass ein eigener Raum nötig wurde. Aber wie finanzieren? Glücksfall im Dezember 2000: Eine Erbschaft der Gemeinde Rickenbach in Höhe von 100.000 Deutsche Mark brachte den Grundstock für die Finanzierung einer Wohnung. Den fehlenden Rest von 110.000 DM brachte Georg Keller innerhalb von nur drei Monaten durch Spenden auf. In den ersten Jahren nutzte die Sozialstation den Raum auch als Stützpunkt Hotzenwald.