Die Klinik Wehrawald in Todtmoos und die Alpenblick Klinik Hotzenplotz in Rickenbach werden schon in wenigen Wochen keine Rehabilitanden mehr betreuen. Beide Einrichtungen sind von Aufnahmestopps betroffen, die im Zuge der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie erlassen wurden. Während die Geschäftsführung der Klinik Hotzenplotz davon ausgeht, dass ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit gehen müssen, soll bei der Klinik Wehrawald ein solcher Schritt nicht umgesetzt werden. Bei der Klinik Hotzenplotz sind 140 Mitarbeiter beschäftigt, bei der Klinik Wehrawald knapp 160.

In den 65 Appartements der privat geführten Klinik Hotzenplotz waren Ende vergangener Woche noch 78 Erwachsene und 108 Kinder untergebracht. Es würden keine neuen Rehabilitanden und Gäste mehr aufgenommen, erklärte Klinikleiter Peter Marquart unserer Zeitung. Die begonnenen Kuren würden zu Ende geführt. „Wir schließen schrittweise. Am 8. April wird der letzte Kurgang uns verlassen“, so Marquardt. Er hat dem Landratsamt Waldshut und dem Klinikum Hochrhein angeboten, dass hier auch Patienten untergebracht werden könnten, um Krankenhäuser zu entlasten.

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Auf ihrer Homepage informiert die Klinik darüber, dass auf behördliche Anordnung seit Mittwoch zunächst bis 29. April alle Anreisen ausgesetzt seien. Auch wenn es paradox klingt: Marquart ist froh darüber, dass auch die baden-württembergische Landesregierung endlich weitere Aufnahmen verboten hat: „Mit den den ganzen inzwischen geltenden massiven Einschränkungen wegen Corona, die ja Sinn machen, wäre der Klinikbetrieb nicht umsetzbar gewesen.“ Laut Marquart wäre die Klinik bis zum Jahresende ausgebucht gewesen.

Die Klinik Hotzenplotz in Rickenbach fährt ihren Betrieb bis 8. April schrittweise zurück.
Die Klinik Hotzenplotz in Rickenbach fährt ihren Betrieb bis 8. April schrittweise zurück. | Bild: Peter Schütz

„Wir brauchen jetzt die Unterstützung der Politik“, sagt Marquardt. Zwar hat der Bundestag am Mittwoch mit dem Krankenhausentlastungsgesetz auch einen finanziellen Ausgleich für Reha-Kliniken beschlossen. Davon profitieren nach Auskunft des Bundesverbands Deutscher Privatkliniken aber nur Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen nach Paragraph 111 Sozialgesetzbuch 5, nicht jedoch Vater-Mutter-Kind-Kliniken. Schwierig wird die Situation auch für die 140 Hotzenplotz-Mitarbeiter, von denen viele Teilzeit oder auf 450-Euro-Basis arbeiten.

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Besser sieht es für die Klinik Wehrawald in Todtmoos aus, die in Trägerschaft der Deutschen Rentenversicherung Bund ist. Zwar waren auch hier von 224 Betten am Mittwoch nur noch 101 belegt. Bereits seit 18. März gilt ein Aufnahmestopp. Bis voraussichtlich Mitte oder Ende April werden nach Auskunft der Rentenversicherung die letzten Rehabilitanden das Haus verlassen haben.

„Kurzarbeit wird in den Deutschen Rentenversicherung Bund einschließlich in den Reha-Zentren nicht umgesetzt“, versicherte Dirk von der Heide, Sprecher der Deutschen Rentenversicherung Bund. Zunächst würden die Mitarbeiter Restarbeiten erledigen oder ins Homeoffice gehen. Prinzipiell könnten sie auch für andere Aufgaben eingesetzt werden.