In Rickenbach haben die Bürgermeister der Region sowie die Vertreter von Geschäften, die faire Produkte verkaufen, die Faire Woche mit einem Fair-Trade-Menü im Restaurant des Golfclubs eröffnet. Willi Moosmann vom Weltlädeli Murg begrüßte die Teilnehmer und lobte die Bürgermeister dafür, dem Fairen Handel ihr besonderes Engagement zu widmen.

Anwesend waren Karl-Wilhelm Frommeyer für den Weltladen Wehr, außer Willi Moosmann auch Manfred Trenkle für das Weltlädeli Murg, Maria Doser für den Weltladen Waldshut sowie Michael Schmidt von den Schmidt‘s Märkten. Dazu die Bürgermeister von Bad Säckingen, Murg, Laufenburg, Herrischried, Wehr sowie der Gastgeber aus Rickenbach und die Stellvertreter Günter Kaiser aus Albbruck sowie Roland Mutter aus Görwihl. Entschuldigt hatte sich Fabian Prause aus Dogern.

Zur Eröffnung der Fairen Woche gab es dieses Fair-Trade-Menü im Restaurant des Golfhotels Rickenbach.
Zur Eröffnung der Fairen Woche gab es dieses Fair-Trade-Menü im Restaurant des Golfhotels Rickenbach. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Beschäftigt sich der Faire Handel bei der aktuellen Fairen Woche hauptsächlich mit dem Thema der Geschlechtergerechtigkeit und dem Potenzial, das der Faire Handel für Frauen bietet, so stellte diese Eröffnungsrunde mit gerade einmal einer Frau einen traurigen Negativrekord auf. Andererseits bedeute Fairer Handel in der Region weit mehr als die Aufgabe der Indus­trienationen, in der Dritten Welt lebenswürdige Bedingungen zu schaffen, wie Rickenbachs Bürgermeister Dietmar Zäpernick in seiner Begrüßung formulierte. Im Gespräch wurde schnell deutlich, dass hier auch Angebot und Verkauf von Produkten aus heimischer Erzeugung in den Begriff des Fairen Handels mit einbezogen werden.

Zur Eröffnung der Fairen Woche trafen sich die Bürgermeister der Region und Vertreter der Weltläden.
Zur Eröffnung der Fairen Woche trafen sich die Bürgermeister der Region und Vertreter der Weltläden. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Michael Schmidt erklärte, für ihn sei Fairer Handel schon seit dem Beginn seiner Arbeit vor 40 Jahren Thema, und zwar mit dem landwirtschaftlichen Erzeuger vor Ort. Aber auch schon seit 40 Jahren tue es weh, wie wenig man mit einem Herz für faire Preise und Produkte zu erreichen imstande sei. Es brauche einen extrem langen Atem, und er habe gelernt, auch für kleine Schritte dankbar zu sein.

Dietmar Zäpernick räumte ein, dass seine Gemeinde trotz des Rickenbacher Stammhauses der Schmidt‘s Märkte immer noch keine Fair-Trade-Gemeinde sei. Andere Baustellen hätten da in jüngster Zeit einfach Vorrang haben müssen. Er stehe aber mit der Gruppe des Aktiven Hotzenwald in Kontakt, mit der gemeinsam sich Rickenbach auf den Weg zur Fair-Trade-Gemeinde machen wolle.

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Herrischried ist bereits anerkannte Fair-Trade-Gemeinde und Bürgermeister Christof Berger betonte, wie froh er darüber sei, dass nach der ersten Euphorie niemand abgesprungen sei. Im Gegenteil habe sich eine sehr aktive Steuerungsgruppe etabliert, die bereits über ein breites Netzwerk verfüge.

Auch Günter Kaiser, der in Vertretung des Albbrucker Bürgermeisters an der Eröffnungsveranstaltung teilnahm, berichetet über eine aktive Steuerungsgruppe. Es bestünden konkrete Bestrebungen, einen Weltladen aufzumachen, die Zertifizierung als Faire Gemeinde sei bereits erfolgt und werde am 2. Oktober um 18 Uhr offiziell im Bernhardsheim bei der Kirche gefeiert.

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Alexander Guhl erinnerte daran, dass Bad Säckingen im vergangenen Jahr sein zweites faires Stadtfest ausgerichtet hatte, das überaus gut angenommen worden sei. Mit dem Scheffel-Gymnasium als Fair-Trade-Schule sowie dem Fair-Trade-Kinderhaus in der Rhein-Au sei ein guter Anfang für das Engagement weiterer Gruppierungen gemacht. Zudem habe eine entsprechende Agendagruppe in der Stadt ihre Arbeit aufgenommen.

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Michael Thater berichtete, dass Wehr vor bald zwei Jahren den Anschluss an die Fair-Trade-Gemeinden beschlossen habe und die Zertifizierung demnächst erfolgen werde. Angesichts eines Weltladens, der schon seit zwölf Jahren hervorragend funktioniere und des Schmidt‘s Marktes mit seiner Auswahl an fair gehandelten Produkten sei das ein längst überfälliges Ereignis.

Murgs Bürgermeister Adrian Schmidle attestierte dem Weltlädeli in Murg einen 1a-Platz innerhalb der Gemeinde und bedankte sich für das große ehrenamtliche Engagement, ohne das diese herausragende Stellung keine Chance hätte.

Ulrich Krieger bedauerte, dass Laufenburg in Sachen Fairer Handel noch nicht so weit sei wie andere Kommunen, was nicht zuletzt genau am Fehlen solch ehrenamtlichen Engagements liege. Auch Roland Mutter, der stellvertretend für die Gemeinde Görwihl anwesend war, bezeichnete seine Gemeinde als noch weißen Fleck in Bezug auf die Beschäftigung des Gemeinderates mit dem Thema Fairer Handel. Für sich persönlich allerdings kündigte er an, sein Lebensmittelgeschäft zum Beginn des kommenden Jahres ganz auf biologische, faire und regional erzeugte Produkte umstellen zu wollen.