Boule kann ein tückischer Sport sein. Manchmal reicht ein kleines Steinchen, damit die Kugel in eine völlig andere Richtung springt oder rollt, als geplant. Diese Erfahrung mussten am Wochenende auch Monika Frommherz, Claudia Ladmann und Manfred Baer von den Hotzeboulern Bergalingen mehrfach machen. Die Hotzebouler richteten am Samstag die baden-württembergischen Meisterschaften Ü55 und am Sonntag die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft Ü55 aus.

Den Blick immer auf die Kugeln – Manfred Baer, Monika Frommherz und Claudia Ladmann (von links) spielten am Wochenende zusammen ihre ersten großen Turniere. Bild: Jörn Kerckhoff
Den Blick immer auf die Kugeln – Manfred Baer, Monika Frommherz und Claudia Ladmann (von links) spielten am Wochenende zusammen ihre ersten großen Turniere. Bild: Jörn Kerckhoff

Manchmal ist es wie verhext. Das eine Mal holt man einen 0:8 Rückstand noch auf, das andere Mal verliert man nach einer 6:0 Führung. Beim Boule wird bis 13 Punkte gespielt, im Triplette – drei Spieler pro Mannschaft – sind maximal sechs Punkte pro Durchgang möglich, oft gibt es aber nur ein oder zwei Punkte für die Mannschaft, die den Durchgang gewinnt. All diese Erfahrungen musste das Trio, das für die Hotzebouler an den Start ging – Monika Frommherz kommt aus Bergalingen, Claudia Ladmann aus Wehr und Manfred Baer aus Schopfheim – am Samstag machen.

Im Achtelfinale ist für die Lokalmatadoren Schluss

In der Vorrunde belegten sie Platz drei von vier in ihrer Gruppe, im anschließenden B-Turnier – die beiden Gruppenersten der Vorrundengruppen qualifizierten sich für das A-Turnier – verloren sie im Achtelfinale, trotz deutlicher Führung. Für Frommherz und Ladmann war es das erste große Turnier und insgesamt waren alle drei ganz zufrieden, dass sie auch in den verlorenen Partien einen starken Kampf geliefert hatten.

Auch Humor gehört dazu

Natürlich könne man vieles trainieren und so auch besser werden, aber das Glück spiele beim Boule immer auch eine nicht zu unterschätzende Rolle, beschreiben Frommherz, Ladmann und Baer ihren Sport. Das Gesamtpaket aus Konzentration, gelungenen Würfen und Missgeschicken macht aber wohl den Reiz für alle Boulespieler aus. „Boule ist der schnellste Sport der Welt“, erklärt Manfred Baer. Nirgendwo anders sei man so schnell mit den Ausreden für ein Missgeschick. Humor gehört eben auch dazu.

Qualifikation für Deutsche Meisterschaft

Es war schon nicht einfach, die Kugel immer so Richtung Schweinchen zu platzieren, wie gewünscht. Das Schweinchen ist die kleine Kugel, um die sich eigentlich alles dreht. Denn die 23 Plätze, auf denen am Samstag gespielt wurde – am Sonntag wurden sogar 33 Bahnen hergerichtet, weil mehr Teilnehmer am Start waren – haben in Bergalingen nicht alle den gleichen Untergrund. „Da muss man sich erst jedes Mal wieder darauf einstellen“, erklärt Claudia Ladmann. Das Turnier am Samstag sahen sie deswegen auch eher als Training.

65 Teams kommen zur Qualifikation

Am Sonntag wollten sie sich für die Deutsche Meisterschaft in ihrer Altersgruppe qualifizieren, dafür mussten sie unter die besten 27 der insgesamt 65 gemeldeten Teams kommen, den Sprung haben die Hotzenbouler aber leider nicht geschafft. Das wäre schon ein Riesenerfolg für das relativ unerfahrene Trio der Hotzebouler gewesen. Die Deutsche Meisterschaft Ü55 wird am 15. und 16. September im hessischen Grasellenbach also ohne die Hotzenbouler stattfinden.

Zufriedenheit mit der Veranstaltung

Für die Hotzebouler waren es die beiden ersten großen Turniere und Gottfried Jungblut, Vorsitzender der Hotzebouler, war sehr zufrieden mit der Veranstaltung. „Wir haben sehr viel Lob von den Spielern und auch vom baden-württembergischen Verband bekommen“, so Jungblut. Die beiden Verbandsvizepräsidenten Achim Fischer und Paul Wurst hätten sich sehr angetan gezeigt vom Ambiente der ganzen Anlage. „Sie wollen auf jeden Fall mit uns in Kontakt bleiben und können sich vorstellen, hier weitere große Turniere auszurichten“, freute sich der Vorsitzende der Hotzebouler. Für einen so jungen Verein sei dies eine große Ehre.