Weihnachtsstimmung pur brachte das Kirchenkonzert des Musikvereins (MV) 1860 Rickenbach in die vollbesetzte Rickenbacher Kirche. Zahlreiche Zuhörer genossen am Sonntag das Konzert, bei dem die Bedeutung von Weihnachten zum Tragen kam.

Eröffnet wurde der musikalische Abend mit den gewaltigen Tönen der "Feuerwerksmusik", einer Ouvertüre von Georg Friedrich Händel. Mit der kleinen Fantasie "Christmas Day" über vier alte englische Adventslieder von Gustav Holst setzten die Musiker des MV 1860 den ersten vorweihnachtlichen Akzent.

Einfühlsam und besinnlich folgte "An American Elegy", mit dem Komponist Frank Ticheli an das Attentat auf die Columbine High School im April 1999 erinnerte. Die Musiker brachten mit ihrer Umsetzung den Gedanken des Komponisten, wie zart und zerbrechlich das Leben ist, in gleichem Maße hinüber wie auch den Ausdruck der Hoffnung und die Würdigung der Stärke und des Mutes der Überlebenden.

Vizedirigent Joachim Wehrle dirigierte mit vollen Einsatz das folgende "Adventum".

Ein Höhepunkt des vorweihnachtlichen Konzertabends folgte mit dem "Polarexpress", der Filmmusik nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Chris Van Allsburg. Das i-Tüpfelchen bei diesem Stück war die schöne, zu Herzen gehende Gesangseinlage von Verena Wagner, welche das Publikum begeisterte.

Stimmungsvoll ging es mit "Dusk – Abenddämmerung" weiter. Die Musiker setzten die ambivalente Stimmung des Naturereignisses Abenddämmerung und Sonnenuntergang einerseits in größtmöglicher Ruhe, andererseits in größtmöglicher Kraft musikalisch wirkungsvoll in Szene.

Nicht fehlen durfte die Filmmusik zu "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" von Karel Svoboda mit einem Soloeinsatz am Klavier von Felix Bauer. Diese sehr feine und größtenteils zarte Musik, die wohl jeder kennt, und die aus dem vorweihnachtlichen Fernsehprogramm seit rund 40 Jahren kaum mehr wegzudenken ist, setzte der Musikverein ganz gekonnt um.

Mit dem "Finale for a Winter Festival" und der Zugabe von einigen Weihnachtsliedern und "Mary's Boy Child" wurde das Konzert in der Kirche beschlossen.

Im Anschluss an die Veranstaltung bedankte sich Dirigent Joachim Pfläging noch bei der Pfarrgemeinde und dem Pfarrer. Er dankte für die Gelegenheit, in der Kirche auftreten zu können. Außerdem galt sein Dank dem Vize-Dirigenten Joachim Wehrle. Dieser hatte im Rahmen eines Modells das Einstudieren und Dirigieren von zwei Stücken übernommen, da die Vorbereitungszeit für das Konzert relativ kurz war.

Für Pfläging bedeutete dieses Konzert auch den Abschied in seiner Funktion als Interims-Dirigent. Mit diesem Konzert zog er sich nach fast einjährigem Dirigenten-Intermezzo zurück. Ein Nachfolger für den Dirigentenposten steht bereits fest: Das Jahreskonzert am 8. April 2017 wird bereits unter der musikalischen Leitung des neuen Dirigenten Stefan Wagner stehen.