Jungholz gehörte früher zur Alt-Gemeinde Willaringen. Seit 1950 ist der Solfelsen ein registriertes Naturdenkmal. Der 5,40 Meter hohe Stein ist kein eiszeitlicher Findling, sondern entstand vor Ort und Stelle und bekam durch einen lange anhaltenden Verwitterungsvorgang sein heutiges Aussehen. Der Stein hat ein Volumen von 88 Kubikmeter und eine Masse von 230 Tonnen.

Eine beispiellose Aktion

Der Solfelsen befindet sich an einem Rundwanderweg. Vom Wanderparkplatz Solfelsen, der an der Landesstraße L 155 zwischen Rickenbach und Wehr liegt, ist er in zehn Minuten Fußmarsch zu erreichen. Der Weg führt durch den Wald mit Blockzerfall im Albtalgranit. Dass er heute noch dort steht, ist dem Einsatz eines einzelnen Mannes in einer beispiellosen Aktion zu verdanken: Um 1860 wurde unter dem Solfelsen ein Steinbruch begonnen.

Toller Blick über Wehra- und Rheintal

Als die meisten Granitblöcke, so berichtet es Rudolf Metz in seinem Standardwerk „Geologische Landeskunde des Hotzenwalds“ von 1980, schon für den Bahnbau im vorderen Wehratal abtransportiert waren, erwarb der Kaufmann Paul Andreas Streicher aus Stein gegenüber von Bad Säckingen 1870 das 44 Ar große Areal und rettete den großen „Brocken“ von seiner Zukunft als Bahnschotter. Auf einem Schild beim Solfelsen wird angegeben, dass Streicher das Areal im Jahr 1895 erworben hat. Fakt ist, dass der Käufer damals Vorsitzender der Sektion Säckingen des Schwarzwaldvereins war. Eigentümerin des Areals ist heute die Ortsgruppe Bad Säckingen des Schwarzwaldvereins. Der Solfelsen befindet sich auf einer Höhe von 775 Meter über Meer. Unweit von ihm gibt es eine Plattform, die einen ausgezeichneten Blick auf das Wehra- und Rheintal bietet. Auf dem Areal stehen ein Tisch und zwei Bänke, die zum Verweilen einladen.

Koloss ist geologisch ein "Wollsack"

Der beeindruckende Koloss ist im geologischen Sin ein so genannter Wollsack. Darunter ist ein von Witterungseinflüssen gerundeter Stein zu verstehen. Die Wollsackverwitterung gilt als besondere Erscheinungsform. Das Zusammenwirken von physikalischen und chemischen Prozessen lässt dabei kantengerundete Gesteinsblöcke entstehen, die wie Kissen, Matratzen oder eben Wollsäcke übereinander liegen. Der Begriff „Wollsack“ lässt sich auf mit Wolle gefüllte Säcke ableiten.

Der Solfelsen kann auf mehreren Wegen erreicht werden. Zum Beispiel von Hütten unterhalb des Segelflugplatzes aus in Richtung Klingenfelsen oder via Pirschweg, der der Hotzenwald-Westkante und der Wallmauer – die Überreste einer alten Befestigung – entlang führt. Auch möglich: eine Wanderung von Bad Säckingen aus. Oder von Bergalingen dem Heidenwuhr entlang nach Jungholz.

Wer nicht gut zu Fuß ist, kann vom Parkplatz an der Straße zwischen Bergalingen und Wehr in Sichtweite des Jungholzers Sendemastens den Solfelsen erreichen. Ein Ausflug lohnt sich auf jeden Fall, denn der Solfelsen ist eine echte Attraktion.