Baden brennt – unter diesem Motto luden Brenner in ganz Baden am Wochenende in

Brennstuben ein. Auch die Familie Mehlin gewährte in Herten Einblicke in Abläufe ihrer Hausbrennerei und in die Aromavielfalt im Glas. „Es ist bestens gelaufen, viele Gäste aus ganz Rheinfelden, den Ortsteilen bis Grenzach-Wyhlen kamen zu uns, um zu probieren, lautet das zufriedene Resümee von Ralf Mehlin, der die hohe Kunst von seinem Vater Kurt gelernt hat.

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Alte Fruchtsorten wie Bohnapfel, Sonnenwirtsapfel, Oberösterreichische Weinbirne, Gelbmöschtler und Nägelebirne werden seit den 1960er Jahren auf den eigenen Streuobstwiesen gehegt und gepflegt.

Brennrecht für 300 Liter

Ein 300-Liter-Brennrecht hat Ralf Mehlin: So viel reinen Alkohol darf er im Jahr brennen, um Edelbrände wie Kirschwasser, Williams-Christ-Birnen-Brand, Mirabellen-, Sauerkirsch-, Zwetschen und Quittenwasser, Zibarten und Liköre und Spirituosen daraus zu zaubern. Mehlin ist stolz, dass er für seine Edelbrände nur eigenes Obst verwendet. Die eigene Brennerei betreibt der Grenzach-Wyhlener als Nebenerwerb.

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Im Brennraum der Mehlins wurden die Besucher von einem warmen Duft des Williamsbrandes empfangen. Der Vater hatte die Handarbeit übernommen, er feuerte den ganzen Tag den Brennkessel mit zwei Jahre altem, getrocknetem Baumschnitt an. Das Feuer darf weder zu stark noch zu schwach sein, damit der Schnaps gleichmäßig zu tröpfeln beginnt.

So entstehen die Brände

Der Brennvorgang beginnt mit zerkleinerten Früchten, Maische genannt. Die kommt in den Maischebottich, Reinhefe sorgt für eine kontrollierte und stetige Gärung. Höhepunkt ist es, wenn der Feinbrand nach sieben Stunden aus dem Brennkessel fließt. 100 Kilogramm Obst, je nach Sorte, werden benötigt, um zwei bis fünf Liter Alkohol zu gewinnen. Dieser wird nach drei Jahren Lagerung durch Zugabe von Wasser auf Trinkstärke heruntergesetzt, um ihn nochmals sechs Monate reifen zu lassen. Erst danach werden Schnäpse & Co. in Flaschen abgefüllt und als Endprodukt verkauft.

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Ralf Mehlin ist Edelbrandsommelier, seine Obstbrände erhielten in den vergangenen Jahren mehr als 50 Medaillen. Die Besucher waren begeistert, immerhin konnte man – theoretisch – 40 Produkte „Made bei Ralf Mehlin“ probieren. Der Fachmann sagt dazu lachend: „Die über 40 verschiedenen Destillate hat noch niemand an einem Tag verkostet.“