In der Sitzung des Warmbacher Ortschaftsbeirats hatten die beiden Initiatoren des geplanten Warmbacher Dorfladens Manoj Thanathethu und Peter Meier am Donnerstag einiges zu berichten, nachdem es um das Projekt zuletzt ruhig geworden war. Die Initiative hatte vor zwei Jahren mit viel Engagement das Projekt gestartet, nachdem mit der Bäckerei Kaiser das letzte Warmbacher Geschäft geschlossen hatte.

Die Idee war daher, der Bevölkerung nicht nur einen Laden für die Dinge des täglichen Bedarfs zu bieten, sondern auch eine Begegnungsstätte, in der man zusammenkommen kann. Dies soll in Form einer Genossenschaft organisiert werden, an der die Bürger beteiligt sind, und sich auch ehrenamtlich engagieren.

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Mit großen Aufwand wurde ein Fragebogen erstellt, an die Einwohner verschickt und ausgewertet. Rund 45 positive Rückmeldungen waren daraufhin von Leuten eingegangen, die sich ein finanzielles Engagement und eine Mitarbeit vorstellen könnten. Das Startkapital würde nach damaligem Stand bei 25.000 Euro liegen. „Wir haben als Initiative Höhen und Tiefen erlebt. Wir sind mit viel Euphorie gestartet, aber dann ging es los mit der Suche nach Räumlichkeiten und wir hatten jedes Mal eine Absage kassiert“, so Thanathethu.

Doch noch eine Immobilie gefunden

Zwischenzeitlich hatte man auch über eine Containerlösung nachgedacht, aber auch hierfür keinen passenden Standort gefunden. Nach Weihnachten ist man dann jedoch auf leere Räumlichkeiten in der Großbachstraße gestoßen, in denen zuvor ein Nagelstudio untergebracht war.

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„Der Laden ist neu renoviert, hat 100 Quadratmeter, davon 45 Quadratmetern Verkaufsfläche, und wäre somit perfekt für uns“, erklärte Thanathethu. Auch der Eigentümer könnte sich das Projekt gut vorstellen und habe zugesagt, den Laden vorerst nicht anderweitig weiter zu vermieten. Knackpunkt waren jedoch die geforderten Stellplätze. Der Laden verfügt nur über einen Stellplatz, die Stadt verlangte jedoch zwei. Es fand sich jedoch ein Nachbar, der sich bereit erklärt hatte, seinen Stellplatz zur Verfügung zu stellen.

Gründung einer Genossenschaft

Als nächster Schritt soll jetzt eine Genossenschaft gegründet werden. Dafür wird jedoch eine seriöse Wirtschaftlichkeitsstudie gefordert, und zwar von einem Berater, der schon Erfahrungen mit Dorfläden hat. Am Freitag ist der entsprechende Auftrag an den Handelsverband Südbaden nun erteilt worden. In der Studie wird das komplette Umfeld, also die Bevölkerung, der Standort, die potenziellen Genossenschaftsmitglieder und weitere Punkte bewertet. Bei einem Erstgespräch machte der Handelsverband klar, dass das Konzept nur dann funktionieren kann, wenn die Bevölkerung mitmacht und sich ehrenamtlich engagiert.

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Die Studie kostet 4000 Euro. Der Betrag ist noch nicht ganz zusammen, aber man hofft auf ein Förderprogramm. In drei bis vier Wochen sollte dann, so schätzt Thanathethu, das Ergebnis feststehen. Wenn es Corona zulässt, soll es in Absprache mit der Stadt auch eine größere Versammlung für die Bevölkerung geben, bei der der Berater mit der Bevölkerung diskutieren und das Pro und Kontra ausleuchten will.

Hoffnung macht den Beteiligten der Erfolg des Dorfladens in Grunern bei Staufen (900 Einwohner). „Da steht jeder dahinter, so dass der Laden inzwischen einen Umsatz von 130.000 Euro macht“, erzählte Thanathethu.