Tiny Houses sind eine alternative, oft ökologische Bauform. Es handelt sich um Häuser im Miniformat. Tiny Houses sind günstig, oft umweltfreundlich und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Andrea Bernbach, eine gebürtige Eichslerin die in Nollingen wohnt, stellte dem Ortschaftsrat Eichsel am Mittwochabend ihr Bauvorhaben vor. Nach intensiver Diskussion sprach sich der Ortschaftsrat mit sieben Nein-Stimmen und einer Enthaltung gegen das Bauvorhaben aus.

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Andrea Bernbach hat sich für ihr Grundstück in Ober-Eichsel etwas Spezielles ausgedacht. Tiny Houses auf Rädern. „Da ich das passende Land habe möchte ich mein Vorhaben umsetzen, ich will sechs Tiny Houses verwirklichen.“ Ein solches Haus will sie für sich selbst bauen. Im Rahmen der Bauvoranfrage legte sie dem Gremium Bilderbeispiele vor. Sie hat sich die Bauform persönlich angeschaut und ist überzeugt von der Philosophie. Die möglichen Tiny Houses stehen auf Rädern, sind im Durchschnitt 2,55 Meter breit, bis zu neun Meter lang und vier Meter hoch. Bernbach sieht gegenüber einem „normalen“ Haus einen großen Kostenvorteil: Man könne mit viel weniger Geld den Traum vom Eigenheim realisieren. Ein wichtiger Aspekt ist für sie zudem die Umweltfreundlichkeit. Die Tiny Houses sollen mit nachhaltigen Materialien gebaut werden.

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Ziel von Bernbach ist es, dass auf ihrem Grundstück eine Gemeinschaft für jüngere und ältere Menschen entsteht, die sich auch gegenseitig helfen. „Die Infrastruktur, wie Strom, Wasser und Abwasser, alles wird gemacht wie bei einem üblichen Hausbau, zu jedem Haus gehört auch ein Parkplatz“, erzählt sie. „Die Interessenten bekommen auf meinem Grundstück dann einen Platz für ihr persönliches Tiny House zugeteilt und zahlen Pacht.“ Das Grundstück liegt an der Adelhausener Straße, gegenüber der Einfahrt in die Schlossgartenstraße.

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Zu der Bauvoranfrage brachten alle Ortschaftsräte ihre Meinung vor. Als „eine Art Campingplatz“ bezeichnete Edith Brodbeck das Vorhaben . „Außerdem müssten es drei Parkplätze mehr sein“, kritisierte sie. Birgit Eichkorn sagte: „An diesem Platz kann ich dem nicht zustimmen“. Andreas Wolf: „Sobald ein Haus steht, wird es zum Wohnhaus, und dann gelten Bestimmungen. Man braucht Statik, Zufahrt und Anschlüsse.“ Gunter Hildebrand ist der Meinung: „Ein Tiny House ist ein Naturerlebnis, das erkenne ich hier nicht. Ästhetisch ist es nicht sinnvoll“. Das Konzept findet Stephan Brachat „grundsätzlich nicht schlecht“, er fragt sich aber, ob die Tiny Houses ins Ortsbild passen.

Am falschen Ort

Alexander Höferlin findet die Idee auch nicht schlecht, gerade für finanzschwache Menschen, aber die Stelle, wo Andrea Bernbach das Projekt realisieren will, sei „am falschen Ort“. Überzeugt von dem Grundgedanken zeigte sich Katharina Brugger-Peuckert, die auch den Gedanken an einen Campingplatz nicht nachvollziehen wollte: „Ich sehe ein alternatives Gedankenbild, der Grundgedanke ist sehr gut, aber hier mitten im Ort finde ich es nicht so gut“, so Brugger-Peuckert.

Anwohner tragen Sorgen vor

Ortsvorsteher Stefan Eckert sagte abschließend: „Ich finde es eine Alternative zur aktuellen Wohnsituation, aber der Standort sollte in der offenen Natur, in einem Randbereich sein.“ Ihre Bedenken – wie Nutzungsdauer, Nutzungsart, Einfügung der Siedlung ins Ortsbild, hotelähnliche, gewerbliche Vermietung oder Campingplatz, brachte ein Ehepaar als direkte Nachbarn ein. Auch die Sorge um die Sozialverträglichkeit mit den Anwohnern, wenn die Nutzung der Häuser zu „Party-Domizilen“ entarte, bereitet den Anwohnern Sorge. Zudem: „Bei zwei Einfamilienhäusern hat man zwei Garagen und zwei Stellplätze. Das ist schon was anderes, wenn da sechs Tiny Häuser dastehen.“