„Arbeiten, denn wer rastet, der rostet“, sagt Walburga Sahner, gefragt nach ihrem Lebensmotto. Am Dienstag feierte die gebürtige Pirmasenserin, die lange in Minseln gelebt hat, ihren 101. Geburtstag im Bürgerheim der Stadt Rheinfelden.

Mit dieser Aussage drückt sie ihr persönliches Rezept für ein langes und vor allem zufriedenes Leben aus. Ihr Sohn Bernd Sahner ergänzt: „Immer schaffen und für andere da sein, das war ihr Leben“.

Spezielle Creme und nicht rauchen

Auf die Frage, wie man mit 101 Jahren noch so eine schöne Haut haben kann, verrät die Jubilarin lächelnd, dass sie sich immer mit einer speziellen Creme nach Dr. Sauerbruch gepflegt und nie geraucht hat.

Eveline Klein, in Vertretung des Oberbürgermeisters, gratulierte „Wally“ Sahner zu ihrem hohen Geburtstag. Dabei erinnerte Klein daran, dass sie vor einem Jahr, Wally Sahner in Minseln bereits zum 100. Geburtstag gratulieren durfte. Das Dinkelbergdorf war nämlich bis vor kurzem noch die Heimat Sahners.

Wally Sahner lebte im 1980 gemeinsam mit ihren Söhnen erbauten Drei-Familienhaus in Minseln. Im Mai dieses Jahres ließ sie sich gegen Corona impfen, nur wenige Tage danach erlitt sie einen Schlaganfall, von dem sie sich nicht so recht erholt hat. Deshalb erfolgte der Umzug ins Bürgerheim.

Viele Schicksalsschläge

Geboren und aufgewachsen ist Wally Sahner zusammen mit fünf älteren Geschwistern in Pirmasens, wo sie den Beruf der Kontoristin erlernte und in einer Schuhfabrik arbeitete. Viele Schicksalsschläge galt es zu bewältigen: Ihren Mann verlor sie kurz nach der Hochzeit im Zweiten Weltkrieg. Er ist am Nordkap auf russischem Gebiet begraben.

1946 fand sie ein neues Glück und das Paar zog nach Herten. Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne hervor, Bernd und Axel Sahner. Axel starb im Jahr 2019. Neben Bernd Sahner und Schwiegertochter Karin sowie drei Enkeln und drei Urenkeln gratuliert auch eine liebe Freundin aus Amerika zum Geburtstag.

Die beiden haben am Dienstag miteinander telefoniert. Die Geselligkeit, das soziale Leben, waren Wally Sahner immer ein großes Anliegen. Neben der täglichen Arbeit hat sie sich in Herten, im evangelischen Altenkreis engagiert. Auch hat Walburga Sahner die Seniorenbäderfahrt für Hertener Senioren und Seniorinnen ins Sole Uno organisiert. In Minseln angekommen ging sie zum ökumenischen Frauenkreis, hat Theater gespielt und sich mit der Seniorengymnastik des DRK körperlich fit gehalten. Die geistige Fitness kommt nicht zu kurz: Täglich liest die 101-Jährige die Badische Zeitung, sie interessiert sich für das Geschehen in der Welt. Nur zwei liebgewonnenen Hobbys kann Wally Sahner nicht mehr nachgehen: dem Häkeln und dem Malen.