Der Stadt Rheinfelden ist es erneut gelungen, aus dem Förderprogramm des Landes „Integration vor Ort – Stärkung kommunaler Strukturen“ Mittel zu erhalten. 60.000 Euro stehen bis November 2023 zur Verfügung, um mit dem Theater Tempus fugit Formen zu finden und bestenfalls zu festigen, um das demokratische Bewusstsein in der Rheinfelder Gesellschaft zu stärken. Dieses Projekt, so Bürgermeisterin Diana Stöcker, ist eine weitere Perle an der Kette, die mit dem Konzept zur Integration und Teilhabe sowie dem Wertejahr begonnen hat.

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„Das baut aufeinander auf und wir sind schon stolz, dass unser Projektantrag wieder erfolgreich war“, so Stöcker. Die Idee: Verschiedene Institutionen in der Stadt – etwa das Familienzentrum, das St. Josefhaus oder die Kaltenbachstiftung – diskutieren zunächst innerhalb ihrer Strukturen über Demokratieverständnis und entwickeln Ideen und Initiativen. Dabei unterstützt werden sie vom Theater Tempus fugit. „Wir wollen mit den Akteuren auf eine Wellenlänge kommen“, sagt dessen Leiterin Karin Maßen.

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Danach sollen die Gruppen in Interaktion mit der Gesellschaft treten – wie genau, möchte Maßen noch nicht verraten, aber die Rheinfelder dürfen sich auf überraschende und spannende Begegnungen freuen. Und auch darauf, einmal selbst „out of the Box“ zu denken, also gewohnte Denkmuster zu verlassen. Denn nur so, davon sind Maßen, Stöcker und Elif Avcik, kommissarische Leiterin der Stabsstelle Integration und Flüchtlinge, überzeugt, erreicht eine Gesellschaft wieder eine Basis zum gemeinsamen Gespräch. Eine Basis, die in Zeiten von „verschränkten Armen“ zu schwinden drohe.

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„Für viele Menschen bedeutet Kompromiss, die eigenen Interessen durchzusetzen“, erklärt Maßen. Dabei sei es gerade wichtig, dass schon Kinder lernten, Demokratie zu üben. Deshalb soll es auch für diese Zielgruppe Werkstätten und weitere Formate geben, in denen die kleinen Teilnehmenden vermittelt bekommen, „zu respektieren, wenn man überstimmt wird“.

Unterschiedliche Schwerpunkte

Die Netzwerkpartner werden unterschiedliche Schwerpunkte setzen. So setzte sich das St. Josefshaus als Einrichtung für Menschen mit Behinderung mit Inklusion auseinander, das Jugendreferat mit dem Thema Partizipation und der Freundeskreis Asyl hat bereits jetzt begonnen, eine Gruppe für geflüchtete Mädchen zu initiieren. Auch die Gewerbeschule ist mit im Boot, außerdem soll eine Gruppe von Zufallsbürgern gefunden werden, die sich ebenfalls mit Demokratie beschäftigen wird.

2022 in der Öffentlichkeit sichtbar

„Jeder Partner bringt eigene Themen mit, wir helfen bei der Umsetzung und moderieren“, schildert Maßen. Nachdem die erste Recherchephase abgeschlossen ist, geht es im September an die Umsetzung und Erarbeitung eines Aktionskonzeptes, dafür ist Zeit bis Dezember eingeplant. Ab 2022 werde das Projekt dann in der Öffentlichkeit sichtbar und – so hoffen es die Organisatorinnen – auch nach dem Ende des offiziellen Ablaufs einen Mehrwert für die Stadt schaffen.