Das Beste kommt oft zum Schluss – das war auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause am Donnerstag so: CDU-Gemeinderat Paul Renz erhielt die Ehrennadel des Landes in Gold mit Lorbeerkranz und Diamant für sein 50-jähriges kommunalpolitisches Engagement. OB Eberhardt würdigte Renz als einen politischen Mandatsträger par excellence: verbindlich, sachlich, zuverlässig. Der Gewürdigte wiederum dankte auch seiner Frau Agnes, die aufgrund der hohen Arbeitsbelastung manches Mal auf ihren Mann verzichten musste.

Stationen der politischen Karriere

Die politische Karriere des 73-Jährigen begann im Oktober 1971, als er als jüngstes Mitglied des Gemeinderats Minseln – damals noch eine eigenständige Gemeinde – mit hoher Stimmenanzahl gewählt worden war. Wie Oberbürgermeister Klaus Eberhardt launig betonte, währte die Minsler Freude über den guten Fang nur kurz, denn schon im Januar 1972 zog Renz ins Rheinfelder Stadtparlament ein, dem er bis heute angehört.

Sachkenntnis und hoher Fleiß

Hier falle Renz, so der OB in seiner Laudatio weiter, nicht nur durch seine fundierte Sachkenntnis, sondern insbesondere auch durch seinen hohen Fleiß auf, die Vor- und Nachbereitung der Sitzungen und Themen verfolge er konsequent. Fraktionskollege Eckhart Hanser konnte dem nur zustimmen. „Wir waren immer froh, dass wenigstens einer von uns gut vorbereitet war“ – was mit Lachen quittiert wurde. Dass dies aber keine Untertreibung ist, weiß jeder, der regelmäßig an den Gemeinderatssitzungen teilnimmt. Paul Renz fällt dort insbesondere bei finanzpolitischen Fragen durch sachliche Analysen und Hintergrundfragen auf – kein Wunder, schließlich war er von 1992 bis zu seiner Pensionierung Sparkassendirektor für den Bereich Rheinfelden. Auch dort sei er, so Eberhardt, bis heute geschätzt und gut vernetzt.

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Gerade die Kunst der Vernetzung beherrsche Renz perfekt und ließ sich vor der Corona-Pandemie an vielen gesellschaftlichen Anlässen – egal ob Sport, Kultur oder Politik – sehen und suche stets das Gespräch mit den Menschen. Digital falle diese Vernetzung schwer, zumal die Internetverbindung in Minseln für den digitalen Austausch nicht die beste sei. Doch Renz ist nicht nur im Gemeinderat aktiv. „Wenn ich alles aufzählte, wären wir wohl morgen fertig“, so der OB, der es sich aber dann doch nicht nehmen ließ, eine Vielzahl an politischen Ehrenämtern zu nennen: Neben Sitzen in diversen Ausschüssen in der Stadt, ist Renz seit 2009 Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat und im Kreistag, dem er seit 1979 angehört. „Paul Renz vertritt die Landrätin bei verschiedenen Terminen zuverlässig und kompetent.“

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Der Minsler ist Mitglied im Aufsichtsrat der Wohnbau, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft sowie dem Verwaltungsrat der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden, aber auch im Regionalverband und verschiedenen Gremien seiner Partei.

Versprechen an seine Frau

Für seinen Heimatort Minseln engagiert sich Renz – mit Unterbrechung – seit 1975 im Ortschaftsrat – auch war er von 1983 bis 1992 Ortsvorsteher. Jedes dieser Ämter zieht nicht nur Arbeit zuhause nach sich, sondern auch jede Menge Termine. Deshalb dankte Renz ganz besonders seiner Frau Agnes, welche die Entbehrungen mitgetragen habe. „Ich verspreche dir, dass es keine weiteren zehn Jahre werden“, so Renz mit einem Augenzwinkern. Doch trotz der Termindichte findet Renz noch Zeit für seine Hobbys, wie Radfahren, seinen Garten, und „den obligatorischen Marktbesuch am Samstag mit seiner Frau“, wie der OB betonte.

Dank für gute Zusammenarbeit

Der Gewürdigte sprach seiner Fraktion, dem Gremium und der Verwaltung seinen Dank für die gute Zusammenarbeit aus, die von Respekt und Verständnis geprägt gewesen sei. In den 50 Jahren habe sich in der kommunalpolitischen Arbeit einiges verändert, nicht alles zum Besseren. Gerade mit Blick auf die immer komplizierter und umfangreicher werdenden Bebauungsplanverfahren könne von einem Bürokratieabbau keine Rede sein. „Mir waren Inhalte immer wichtiger als Formalien“, so Renz und erinnerte an einige Großprojekte, die während der vergangenen Jahrzehnte für Rheinfelden auf den Weg gebracht wurden.

Ganz aktuell – in der Corona-Pandemie und ihren Folgen – zeige sich aber auch, dass Krisenbewältigung zum Aufgabenspektrum eines Gemeinderats gehöre. Den Spaß am Tun und im Team hat Renz aber nicht verloren. „Ihr müsst mich noch ein bisschen ertragen“, sagte er in Richtung seiner Fraktion lachend.