Der Ortschaftsrat Nordschwaben ist mit dem vorgesehenen Standort für den geplanten Waldkindergarten nicht einverstanden. In der Sitzung am Mittwoch lehnte das Gremium einen entsprechenden Beschlussvorschlag in allen Punkten einstimmig ab. Bereits zu Beginn der Sitzung kritisierte Ortsvorsteher Sven Kuhlmann das Vorgehen der Stadtverwaltung in Sachen Waldkindergarten. Bisher sei der Ortschaftsrat nicht in die Planungen eingebunden worden. Nicht einverstanden ist er mit dem geplanten Standort für den Waldkindergarten, den die Verwaltung im Wald am Karsauer Sträßle vorsieht. Gerade dort würde sich der letzte intakte Hochwald in Nordschwaben befinden, der für den Waldkindergarten teilweise abgeholzt werden müsste. Außerdem sei auch die Jagd beeinträchtigt.

Probleme bei Bring- und Holsituation

Massive Probleme sah der Ortsvorsteher auch in Bezug auf die Bring-und Holsituation der 20 Kinder. Diese müssten nicht nur den langen Weg von der Gemeindehalle bis zum Waldkindergarten allmorgendlich laufen, sie würden bei Wind und Schnee auch die Halle nutzen. Dies könne nicht nur zu Problemen mit den Vereinen führen, sondern bedeute auch Mehrarbeit für den Hallenwart. Im Übrigen befänden sich in der Halle auch keine kindgerechten Toiletten.

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SPD-Ortschaftsrat Uwe Kuhlmann bemängelte das teilweise abschüssige Gelände, das für den Waldkindergarten vorgesehen ist, was gerade bei schlechtem Wetter für Kleinkinder ungeeignet sei. Andreas Nusshardt (UDL) sorgte sich indes um den Waldkauz-und Fledermausbestand, welcher durch den Waldkindergarten beeinträchtigt würde. Dietmar Kiefer (FW) warf die Frage auf, wie viele Kinder aus Nordschwaben selbst in den Waldkindergarten gehen würden. Bezüglich der Vergabe der Plätze im Waldkindergarten forderte er eine bevorzugte Behandlung von Kindern aus Nordschwaben.

Kein Verständnis für Kritik

Kein Verständnis über die Kritik der Ortschaftsräte zeigte Gemeinderätin Rita Rübsam (FW). Sie fand, dass sich Nordschwaben vielmehr über den Waldkindergarten freuen sollte. Die angesprochenen Probleme der Ortschaftsräte konnte sie nicht nachvollziehen. Vorgestellt wurde die Planung für den Waldkindergarten noch einmal von Simone Fuchs und Doris Cimander vom Amt für frühkindliche Bildung-und Betreuung. Sie versuchten, die Bedenken der Ortschaftsräte zu zerstreuen, was jedoch in Bezug auf den geplanten Standort nicht gelang.

Suche nach alternativen Standort

Sie forderten den Rat auf, einen alternativen Standort vorzuschlagen, was nun auch im Rahmen einer entsprechenden Stellungnahme geschehen soll. Wie den Aussagen der Ortschaftsräte zu entnehmen war, soll ein Standort weiter oben am Karsauer Sträßle und näher an der Wohnbebauung vorgeschlagen werden. Gleichermaßen forderten die Vertreterinnen der Stadtverwaltung ein schnelles Handeln, denn schon am 15. April soll der Gemeinderat über den Waldkindergarten entscheiden.