Während viele Menschen gerne in ferne Länder reisen, um exotische Tiere zu sehen, holt sich Peter Tröndle Elefanten, Papageien, Erdmännchen, Zebras, Affen, Giraffes und Flamingos nach Nollingen. Ein ganzer Zoo schmückt seine Garagen- und Hauswand. Diese Wand-Skulpturen-Tiere aus Blech hat Peter Tröndle in den vergangenen acht Jahren mit für ihn relativ wenig Aufwand verwirklicht. Seine Dekoration erregt aber immer wieder Aufsehen.

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Der 68-jährige Peter Tröndle hat zwei große Leidenschaften. Zum einen spannt er beim Velofahren mit seiner E-Bike-Gruppe der Rheinfelder Naturfreunde aus, zum anderen aber findet man ihn auch regelmäßig in seiner kleinen Werkstatt in seinem Haus in Nollingen. Dort im Hobbyraum hat alles seinen Platz. Und hier entstehen auch die exotischen Tiere.

Hilfe durch Metallbaufirma

Tröndle fertigt zuerst eine Skizze an, dann folgt die Feinarbeit am PC, wo er das 3D-Modell seines Wahl-Tieres entwirft. Danach werden die Tiere von einer Blechtafel bei seinem Bruder in der Firma Metallbau Tröndle Berger (MTB) mit einer Wasserschneidemaschine ausgeschnitten.

„Dort ist alles mit wenigen Handgriffen parat“, freut er sich über die Unterstützung seines Bruders Klaus Tröndle. Die großen Tiere, wie zum Beispiel Elefant und Giraffe werden dann aus Einzelteilen zusammengeschweißt. Zuhause in der Vogteistraße wird die Feinarbeit erledigt. Dazu werden die Tiere bemalt.

Peter Tröndle mit einem kleinen Elefanten.
Peter Tröndle mit einem kleinen Elefanten. | Bild: Petra Wunderle

Idee kommt mit einer Geburtstagsdeko

Die Idee zu den Metall-Tieren kam über einen Geburtstag auf. Peter und Klaus Tröndle feierten zusammen mit 120 Gästen ihren 60. Geburtstag. Als Tischdekoration wählten sie Elefanten aus Blech aus. Peter Tröndle übernahm die Handwerksarbeit, er fertigte 60 Elefanten, welche die Gäste dann als Überraschung mit nach Hause nehmen konnten.

Schon immer ein Faible für Tiere

Grundsätzlich hat Peter Tröndle seit seiner Jugend eine Affinität zu den wilden Tieren der afrikanischen Savanne. „Als Zehnjähriger bin ich mit dem Velo von Rheinfelden nach Lörrach gefahren, weil ich unbedingt die Tiere im Zirkus sehen wollte, der dort gastierte“, erzählt er. Das ging viele Jahre so. Bei Städtetrips besuchte er immer auch den jeweiligen Zoo. „Das war und ist für mich Anziehungspunkt Nummer eins“, sagt er.

Eigentlich liegt es nahe, dass ein so begeisterter Großwild-Fan gerne Bekanntschaft mit den Tieren im jeweiligen Land machen möchte, etwa bei einer Safari. Nicht aber so bei Peter Tröndle, denn er leidet unter Flugangst.

Dennoch hatten seine Ehefrau und Tochter beschlossen, ihm zum 50. Geburtstag eine Reise in die USA mit Eintrittskarten zur legendären Show der Zauberkünstler und Dompteure Siegfried & Roy zu schenken. Tröndle freute sich, live beim Auftritt mit den weißen Tigern und Löwen mit dabei zu sein. Diese Verlockung war so groß, dass er die Strapaze mit dem 12-Stunden-Flug auf sich nahm.

Schnell verging die Zeit, der Abflug rückte immer näher. Doch genau eine Woche davor passierte es: Roy Horn wurde von seinem weißen Tiger Mantecore lebensgefährlich verletzt, weitere Shows wurden daraufhin abgesagt. Mit dieser traurigen Nachricht begab sich das Tröndle-Trio dennoch auf die Reise über den großen Teich, Flüge und Hotels waren ja gebucht. „Ich ließ es über mich ergehen, hab mir aber vorgenommen nie mehr so weit zu fliegen“, bekennt Peter Tröndle.

Ausflugsort für Eltern und Kinder

Seit seiner Pensionierung vor fünf Jahren widmet sich der Nollinger intensiv den Tier-Skulpturen, die im Garten und an der Garagen- und Hauswand ihren festen Platz haben. Längst ist die Vogteistraße Nummer 31 ein Ausflugsort für Eltern und Großeltern mit ihren Kindern und Enkeln geworden.

Sie sind Feuer und Flamme wenn sie die wilden Tiere mit ihren lieblichen Gesichtsausdrücken und teils in passender Farbe bemalt, anschauen können. Peters Ehefrau Ingrid ist der Ansicht, dass es jetzt genug Tiere sind, aber, so verspricht der Künstler: „Ein weißer Tiger kommt noch hinzu.“ Und wer weiß, in zwei Jahren, wenn erneut ein runder Geburtstag ansteht, wünscht sich Peter Tröndle vielleicht eine Reise in jenen Kontinent, wo er seine Tiere live und hautnah erleben kann.

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