Der Öffentliche Personennahverkehr steht in der Corona-Pandemie immer wieder in der Kritik, da besonders zu Stoßzeiten in überfüllten Bussen und Zügen Abstände nicht eingehalten werden können. Es könnte angenommen werden, dass davon Taxiunternehmen profitieren und gerade ältere Personen oder Risikopatienten Taxis gegenüber dem ÖPNV bevorzugen. Wir haben uns bei drei Taxiunternehmen umgehört, wie sich das Geschäft in der Pandemie entwickelt hat.

Taxi Demir

Die Beschränkungen durch die Pandemie spürt etwa das Rheinfelder Unternehmen „Taxi Demir“. „Ab 17 Uhr ruft keiner mehr an, außer Sonderfahrten zum Arzt oder ins Krankenhaus“, erklärt Musa Demir, der Vater des Inhabers.

„Hätten wir keine Krankenfahrten, würde es uns sehr hart treffen, und es trifft uns so schon hart.“ Die Bargeldfahrten würden weitgehend ausfallen. Das Unternehmen hatte sich gerade erst ein zweites Taxis zugelegt. Jetzt stehe die Überlegung im Raum, Kurzarbeit zu beantragen. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht“, sagt Demir. „Wir hoffen, dass die Pandemie so schnell wie möglich endet und sich wieder Normalität einstellt.“

My Taxi

Mehmet Dursun von My Taxi in Rheinfelden meint, er habe noch etwa 20 Prozent der Einnahmen von vor dem Lockdown. Die Schließung von Gastronomie und Gewerbe führe zu weniger Fahrten und es sei spürbar, dass die Schweizer Kundschaft fehlt.

In Rheinfelden hat My Taxi sechs Fahrzeuge, aufgrund der Fahrt von Dialyse-Patienten nach Lörrach und Schopfheim ist ein Abbau von Fahrzeugen für My Taxi nicht möglich. „Wir müssen immer bereit sein, auch wenn wir Verluste machen“, sagt Dursun. Zu Beginn der Pandemie habe er schon drei Mitarbeiter entlassen müssen. Im Frühjahr habe er Soforthilfe bekommen, dann aber keine weiteren Hilfen bezogen.

Dursun sagt, er warte noch bis Februar ab, ob er Kurzarbeit anmelden wird. Für geringfügig Beschäftigte gebe es jetzt schon kaum noch Arbeit. „Meine Hoffnung ist, dass die Pandemie bald vorbei ist, nicht nur für uns Taxiunternehmer, sondern für alle Menschen, dass wir unsere Freiheit wieder bekommen und problemlos wieder raus dürfen“, sagt Dursun.

City Taxi

Das größte Taxiunternehmen im Landkreis Lörrach mit 20 Fahrzeugen war „City Taxi“. Vier Taxis waren in Grenzach-Wyhlen, vier in Lörrach und zwölf in Rheinfelden im Einsatz, erklärt Kazim Potuk von City Taxi. Inzwischen seien es nur noch 16 Taxis, die für das Unternehmen fahren. Vier Taxis habe er aufgrund der Pandemie schon abgemeldet.

„Die Nachfrage ist total kaputt, das heißt, wir haben keine Bargeldfahrten. Wir haben nur noch Krankenfahrten, aber das sind auch weniger geworden.“ Für viele Mitarbeiter meldete er Kurzarbeit an, geringfügig Beschäftigte seien gar nicht mehr im Einsatz. „Nach 19 Uhr ist alles tot“, sagt Potuk, die Ausgangssperre sei deutlich zu spüren. Nachts sei nur noch ein Springer im Einsatz, falls doch noch ein Auftrag eingeht.

Staatlichen Hilfen habe er nicht bekommen. „Wenn es so noch zwei oder drei Monate weiter geht, dann muss ich Leute abbauen. Wir kommen wirtschaftlich nicht klar“, meint Potuk. Er glaube, dass ein paar Taxiunternehmen pleite gehen werden, wenn der Lockdown noch länger andauert.