Nach zehn Jahren bekommt der Bereich Stadtmarketing und Tourismus bei der Wirtschaftsförderung (WST) ein neues Gesicht: Gabriele Zissel geht zum Jahreswechsel in den Ruhestand. Für sie übernehmen Ann-Sophie Krickl, bislang nur Leiterin der Tourist-Info, und Steffen Günther, der neue City-Manager. Mit der personellen Veränderung geht auch eine organisatorische und damit inhaltliche Wandlung einher.

Gabriele Zissel kümmert sich seit 2010 um das Stadtmarketing und den Tourismus – zunächst bei der Stadt, dann bei der 2013 neu gegründeten Wirtschaftsförderung und Standortentwicklung (WST). Damals sei die Kombination der Bereiche nötig gewesen, sagt Zissel, weil der Tourismus in der Stadt zuvor kaum eine Rolle gespielt habe. Sie habe dann die Tourist-Info aufgebaut und eine Strategie, ein Profil für das Stadtmarketing entwickelt.

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„Ich bin eher eine Generalistin“, sagt Zissel. Für den Aufbau neuer Aufgabenfelder helfe der umfassende Blick. „Auf diesem Grundstock können die beiden Spezialisten jetzt gut weitermachen.“ Daher finde sie es sinnvoll, dass der Bereich Tourismus nun an Ann-Sophie Krickl geht, die vor 13 Monaten die Leitung der Tourist-Info übernommen hat – und der Bereich Stadtmarketing an Steffen Günther, der bereits zwei Jahre lang City-Manager in Neustadt an der Weinstraße war.

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Der 31-jährige Mainzer hat Stadt- und Regionalentwicklung studiert und sich in Neustadt vor allem um Leerstände gekümmert. Außerdem sei die Vernetzung zwischen Unternehmern ein wichtiges Thema gewesen: „Ich habe das Gemeinschaftsgefühl in der Innenstadt gefördert“, sagt Günther. „Schließlich verbindet dort alle Unternehmer der Standort Innenstadt.“ Diese Erfahrungen helfen ihm nun in Rheinfelden – eine Stadt mit „großem Potenzial“, wie er findet, vor allem in der Innenstadt. Auch von der Größe sei das etwas größere Neustadt an der Weinstraße mit Rheinfelden vergleichbar.

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Hier sieht Günther für seinen Start drei Schwerpunkte: Er will sich aktiv an der Entwicklung der Innenstadt beteiligen, etwa mit neuen Nutzungskonzepten. Die Rheinfelder Innenstadt habe sich bisher recht monostrukturell mit viel Einzelhandel entwickelt, sagt Günther. Ein gemischteres Bild, etwa mit mehr Gastronomie, wäre schön. Zum zweiten will der City-Manager das Profil der Innenstadt anhand der Marke „Stadt, Land, Fluss erleben“ schärfen. „Welche Projekte für die Innenstadt würden helfen, diese Marke zu leben?“, so Günther. Und drittens gehe es auch in Rheinfelden um die Vernetzung unter den Unternehmern.

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Darüber hinaus werde er sich um die neu gestaltete Website www.einkaufen-rheinfelden.de kümmern. Die Seite soll den lokalen Händlern und Gastronomen bei ihrer Online-Sichtbarkeit helfen und den Kunden einen Überblick über die Stadt bieten. „Corona hat gezeigt: Das war allerhöchste Eisenbahn“, sagt Gabriele Zissel. „Rheinfelden muss und darf sich darstellen als eine Stadt, in der man auch gut einkaufen kann.“ Die Innenstadt sieht Zissel dabei als das Aushängeschild der Stadt.

Für den Bereich Tourismus ist künftig Ann-Sophie Krickl zuständig. Ihr Aufgabenfeld verändere sich nicht allzu sehr, sagt die 23-Jährige, sie gehe nun aber tiefer in die Themen hinein als in ihrer Funktion als Leiterin der Tourist-Info. Es gehe viel ums Netzwerken, um die Tourismusstrategie, auch um Marketing.

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Ein neues Buchungsportal für Übernachtungen soll entstehen, der Online-Shop der WST überarbeitet werden. Auch in der Gastronomie soll die erneuerte Einkaufsplattform intensiver genutzt werden, so Krickl. Aktuell finden sich dort auch die coronabedingten Liefer- und Abholangebote der Gastronomen.

Ann-Sophie Krickl
Ann-Sophie Krickl | Bild: Dora Schöls

„Große Potenziale für den Tourismus sehe ich vor allem im Bereich der Naherholung: Wandern, Radfahren, E-Bikes“, sagt Krickl. Nach einem Jahr in Rheinfelden fühlt sich die Neuenburgerin sehr wohl in der Stadt. Da sie inzwischen hier wohnt, sehe sie nun auch selbst, welche Angebote vielleicht noch fehlen. Auch Steffen Günther ist nach Rheinfelden gezogen: „Das zeigt schon die Verbundenheit der beiden zu der Stadt“, ergänzt Zissel. Die scheidende Bereichsleiterin wird der Stadt aber – ehrenamtlich – erhalten bleiben: Sie werde sich weiterhin um einige Projekte kümmern, sagt Zissel, wie etwa die Tschamberhöhle.