Der Energiebericht der Stadt fürs Jahr 2020 beinhaltet gute und weniger gute Nachrichten: Dank kontinuierlicher Sanierungen konnte die Stadt Rheinfelden den Energieverbrauch – und damit auch Kosten – weiter senken. Aufgrund der Corona-Pandemie und geschlossener Schulen und Hallen wurde das Einsparziel beim Strom sogar übertroffen, wie Michael Schwarz informierte. Bei der Wärme sieht das aber anders aus. Das Ziel, den Verbrauch bis 2020 um 40 Prozent zu drücken, wurde verpasst.

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  • Energieverbrauch: 47 städtische Liegenschaften – darunter Schulen, Bäder, Hallen, aber auch das Rathaus – werden für den jährlichen Energiebericht statistisch nach ihren Energieverbräuchen untersucht. 2020, so Energiemanager Michael Schwarz, der den Bericht im Bau- und Umweltausschuss vorstellte, sei wegen der Coronapandemie kein vergleichbares Jahr. Das zeigt sich zum Beispiel beim Stromverbrauch: Den wollte die Stadt bis 2020 um 20 Prozent senken (Referenzjahr 2009), tatsächlich wurde sogar eine Einsparung von 31 Prozent erreicht (siehe Infokasten). „Wegen der Pandemie waren zum Beispiel die Sporthallen den größten Teil des Jahres geschlossen“, erläutert Schwarz. Allein das schlage sich mit einer Einsparung von fünf bis acht Prozent nieder. Bei der Wärme hat die Pandemie einen gegenteiligen Effekt: Statt der angestrebten 40 Prozent Einsparung erreichte die Stadt nur 35 Prozent. Während des Schulbetriebs in den kalten Monaten liefen die Heizungen bei ständig geöffneten Fenstern und Türen. Aufgelistet ist im Energiebericht auch der Wasserverbrauch. Und obwohl 2020 eines der wärmsten Jahre war, sank der städtische Verbrauch auf 56.861 Kubikmeter. Schwarz führt dies zum einen auf Investitionen im Freibad zurück, aber etwa auch den Umbau des Teichs am Rathaus.
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  • Kosten: Die Einsparungen machen sich auch auf der Kostenseite bemerkbar. Für Heizenergie musste die Stadt Rheinfelden 2020 rund 656.000 Euro berappen, 2009 waren es noch rund 861.000 Euro. Für den Strom – inklusive Straßenbeleuchtung – musste die Stadt vergangenes Jahr rund 498.000 Euro bezahlen (2009: 816.000 Euro). Die Jahresrechnung 2020 fürs Wasser beläuft sich auf 143.000 Euro, 2009 waren es noch fast 200.000. Insgesamt konnte die Stadt in den vergangenen zehn Jahren rund 600.000 Euro Energiekosten sparen.
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  • Emissionen: Gut für den Geldbeutel und gut für die Emissionsbilanz, die eng verknüpft ist mit dem Energieverbrauch der städtischen Liegenschaften. Verursachten diese in der Sparte Wärme 2010 noch rund 3000 Tonnen CO2, waren es 2020 noch 1706 Tonnen. Die Stromversorgung der 47 untersuchten Objekte ist CO2-frei, da diese mit Ökostrom – hauptsächlich aus Wasserkraft – versorgt werden.
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  • Weitere Maßnahmen: Für jede Liegenschaft hat Michael Schwarz einen Steckbrief erstellt, samt Fahrplan für die kommenden Jahre. Der Blick in den Energiebericht der Stadt macht ganz deutlich: Sorgenkinder bleiben die Schulen, zum Beispiel die Gertrud-Luckner-Realschule, für die eine umfassende energetische Sanierung der Gebäudehülle „dringend umzusetzen“ sei, so Schwarz. Am Georg-Büchner-Gymnasium ist hingegen nicht das Schulgebäude, wohl aber die angeschlossene Sporthalle ein Problem, die ebenfalls energetisch saniert werden muss. An einigen Schulen ist diese Sanierung zumindest teilweise erfolgt, etwa an der Hans-Thoma-Grundschule in Warmbach. Dadurch konnte der durchschnittliche Energieverbrauch um rund 30 Prozent gesenkt werden. Dass aber die beste Sanierung nichts nutzt, wenn die Nutzer nicht mitziehen, zeigt das Rathaus: „Auch das dritte Jahr in Folge nach Abschluss der Sanierung ist der Energieverbrauch deutlich höher ausgefallen, als durch Fachplaner berechnet wurde“, heißt die ernüchterte Erkenntnis. Der Heizenergieverbrauch sollte sich demnach zwischen 600.000 und 650.000 kWh pro Jahr einpendeln. 2020 lag dieser aber mit 840.000 kWh noch deutlich darüber. Zwar gebe es auch mögliche technische Gründe – etwa die veraltete Lüftungsanlage; jedoch müssten die Mitarbeitenden weiterhin sensibilisiert werden. Mittelfristig kommen auf die Stadt hohe Investitionskosten zu: Zum Beispiel fürs Europastadion, das mit „massiven“ Feuchtigkeitsproblemen zu kämpfen hat. Dies könnte durch eine Lüftungsanlage behoben werden. Die Kosten werden auf rund 100.000 Euro geschätzt. Und auch die Heizung, die noch aus dem Baujahr 1988 stammt, muss erneuert werden.
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  • Energiemanager: Für Michael Schwarz war es der letzte Energiebericht, den er federführend für die Stadt erstellt hat. Wie berichtet, verlässt der 48-Jährige Ende des Jahres die Verwaltung, um in Basel eine neue Tätigkeit aufzunehmen. Seitens des Ausschusses wurde ihm für seine Arbeit und die sehr detaillierten Berichte gedankt.