Das Lager für Fundräder bei den Technischen Diensten (TD) ist voll, knapp 300 Fundräder stehen dort. Bevor schrottreife Räder in die Wiederverwertung gehen, kann der Freundeskreis Asyl sie für die Fahrradwerkstatt durchsehen. Das geschah auch jetzt wieder. Wöchentlich gibt die Fahrradwerkstatt fünf bis sieben Räder an Geflüchtete oder Menschen in Anschlussunterbringung ab.

Versteigerungen wegen Corona ausgefallen

Aufgrund der Corona-Pandemie fielen die öffentlichen Versteigerungen von Fundrädern aus. Für eine Versteigerung müsste ein Hygienekonzept erstellt werden, sagt Frank-Michael Littwin, Amtsleiter des Bürgerbüros und zuständig für die Versteigerungen. Entsprechende Pläne sollen aber gemacht werden, wenn die Corona-Pandemie auch noch nächstes Jahr anhält. Ursprünglich war für dieses Jahr vorgesehen, die Versteigerungen von der Innenstadt auf den städtischen Werkhof zu verlegen, um die Logistik für den TD zu vereinfachen.

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Bei den zwei jährlichen Versteigerungen werden 60 bis 100 Räder an den Meistbietenden abgegeben, während jedes Jahr rund 100 Fundräder eingesammelt werden, erklärt Littwin. Die Fundräder werden mindestens ein halbes Jahr aufgehoben, um Besitzern die Möglichkeit zum Abholen zu geben.

Eine Online-Versteigerung hat die Stadt schon einmal vor einigen Jahren probiert, allerdings blieb dabei nicht viel vom Erlös übrig, sagt Littwin. Die Kosten entsprechender Webseitenbetreiber werden aber nochmal geprüft. Um zusätzlichen Platz für Fundräder zu schaffen, wird auch die Möglichkeit geprüft, ein weiteres Lager einzurichten. Ungenutzte Abstellräume gibt es etwa auf den Friedhöfen in Karsau und Rheinfelden.

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89 Fundräder, die als nicht versteigerungsfähig erachtet werden, wurden nun aussortiert, um wenigstens den Schrottpreis zu erzielen. „Vorher wollen wir aber dem Freundeskreis Asyl die Gelegenheit geben, drüber zu schauen“, erklärt Littwin. Umsonst bekommt der Freundeskreis die Räder aber nicht, und gut erhaltene Modelle hält Littwin für die Versteigerungen zurück. „Wir denken, dass die aussortierten Räder nicht für eine Versteigerung taugen, weil da sehr viel dran zu machen ist“, sagt Littwin. Rad um Rad holt der TD-Mitarbeiter Jérôme Lagarde aus dem Lager, damit Wolfgang Gorenflo, Mirko Werneke und Hans-Ulrich Tittes von der Fahrradwerkstatt sie begutachten können.

Die Helfer vom Freundeskreis fanden schließlich an 47 Fundräder Gefallen, die in der Fahrradwerkstatt wieder hergerichtet werden sollen. Die Helfer suchten vorzugsweise Markenräder aus. Eine kaputte Gangschaltung ist ein Ausschlusskriterium, da das Ersetzen zu teuer wäre.

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Auch der Arbeitsaufwand muss im Verhältnis dazu stehen, dass die Räder für einen niedrigen zweistelligen Preis an Geflüchtete abgegeben werden, erklärt Gorenflo. Die ehrenamtliche Arbeit wird nicht bezahlt, aber Kosten für Schläuche, Mäntel oder andere Ersatzteile sollen wieder hereingeholt werden. Besonders Räder mit einem niedrigen Einstieg waren dem Freundeskreis willkommen, da wieder ein Fahrradkurs für Flüchtlingsfrauen angeboten werden soll. Pro ausgewähltem Fundrad verlangte Littwin einen niedrigen einstelligen Preis, den der Freundeskreis sofort akzeptierte.

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