Am Sonntag um 9 Uhr standen schon zahlreiche Personen im Garten des Gemeindezentrums St. Josef zur Impfaktion der Stadt Rheinfelden an. Es kam beim Start zu einer kleinen Verzögerung, da noch Fieberthermometer fehlten.

Die Zahl der Wartenden wuchs, und die Verantwortlichen entschieden schließlich ohne Temperaturmessungen zu starten. Termine waren im Vorfeld vergeben worden, sodass sich keine zu langen Warteschlange bildete.

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„Wir sind froh einen Impftermin bekommen zu haben“, erklärte ein Mann. Eine Frau hatte gemischte Gefühle wegen möglicher Nebenwirkungen. „Bis vor zwei, drei Wochen hab ich mich gar nicht impfen lassen wollen“, meinte sie. „Aber ich glaube, man kommt nicht drum herum.“

Zügig wurde die Aufnahme abgearbeitet, da viele die benötigten Formulare, wie etwa den Anamnesebogen zugeschickt bekommen und schon daheim ausgefüllt hatten. Personalausweis, Impfpass und Krankenkassenkarte waren mitzubringen.

Langes Warten auf einen Termin

Ich selbst hoffe schon länger auf die Möglichkeit, mich gegen das Coronavirus impfen lassen zu können. Mit Datum vom 25. Mai hatte ich die Bescheinigung gemäß der Corona-Impf-Verordnung bekommen, dass ich als Journalist aufgrund der vielen beruflichen Kontakte mit Menschen ein erhöhtes Infektionsrisiko habe. Journalisten sind der Impfpriorität 3 zugeordnet.

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Die Freude über die Priorisierung währte allerdings nicht lange: Alle Versuche, einen Impftermin im Landkreis Lörrach oder auch in anderen Landkreisen zu ergattern, blieben erfolglos. Auch meine Online-Anmeldung, kurzfristig einen Termin bei Absagen übernehmen zu können, führte zu nichts. Zudem gab das Bundesgesundheitsministerium am 7. Juni die Impfungen für alle frei. Das machte meine Bescheinigung, bevorzugt geimpft werden zu können, wertlos.

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Vor einigen Tagen wurde mir dann von einem Rheinfelder Verein eine E-Mail zum Impftag der Stadt weitergeleitet mit der Frage, ob ich mich da nicht anmelden wolle? Ich empfand das als eine nette Geste, aber eine Anmeldung kam für mich nicht in Frage, da sich das Angebot explizit an Personen aus der Prioritätengruppe 1 und 2 sowie an Benachteiligte richtete.

Als Nachrücker auf die Liste

Am Donnerstag vor der sonntäglichen Impfaktion bekam ich über einen zweiten Verein eine weitere E-Mail der Stadt weitergeleitet, in der es hieß, dass man sich als Nachrücker registrieren könne. Diese Gelegenheit ergriff ich nun und meldete mich an. Am Freitag folgte prompt der Anruf, dass ein Platz frei geworden sei.

Meine Wahl fällt auf Biontech/Pfizer

Ich sagte zu und konnte wählen, ob ich mich mit Johnson & Johnson oder Biontech impfen lassen wollte. Meine Wahl fiel auf Biontech, da ich den Eindruck gewonnen habe, dass dies der zuverlässigere Impfstoff ist.

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Am Sonntag kam das Mobile Impfteam des Landkreises Lörrach mit 400 Dosen Biontech und 200 Dosen Johnson & Johnson zum Testzentrum am Gemeindezentrum St. Josef, das für diesen Tag und für die bei Biontech benötigte Zweitimpfung als Impfzentrum dient.

Insgesamt 50 Helfer im Einsatz

Die Organisation des Impftages hatten seitens der Stadtverwaltung Christine Tortomasi und Günther Schmidt von der Quartiersarbeit der Stadt sowie Patrick Zimmermann von der Abteilung Personal & Organisation übernommen. Zusätzlich waren das Seniorenbüro und die Stelle Bürgerschaftliches Engagement involviert.

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Der Technische Dienst hatte das Zentrum am Vortag eingerichtet, Mitarbeiter des Ordnungsamtes sorgten für Einhaltung der Abstände und der Maskenpflicht. Insgesamt waren über den Tag hinweg 50 Helfer im Einsatz, sagte Schmidt. Im Vorfeld waren auch gezielt die Alperenler-Moschee und der türkisch-islamischen Verein einbezogen worden, da insbesondere unter Menschen mit Migrationshintergrund die Impfquote niedrig sei, erklärte Schmidt.

Beim Impftag der Stadt Rheinfelden wurden am Sonntag 600 Dosen Impfstoff verimpft.
Beim Impftag der Stadt Rheinfelden wurden am Sonntag 600 Dosen Impfstoff verimpft. | Bild: Horatio Gollin

Ich war auf 17 Uhr terminiert und pünktlich um 16.50 Uhr vor Ort. Über den Tag hatte sich ein Rückstau von 20 Minuten aufgebaut und es wurden erst die 16.30-Uhr-Termine aufgerufen. Eine halbe Stunde später konnte ich zur Aufnahme ins Zelt gehen und weiter ins Pfarrzentrum, wo ich ein Beratungsgespräch mit einer Ärztin hatte, die im Wesentlichen nur wiederholte, was ich dem dreiseitigen Infoblatt schon entnommen hatte.

Noch 15 Minuten warten – dann geht es heim

Vorm Gemeindesaal wurden an fünf Stationen die Impfungen verabreicht, mir stach Krankenpfleger Günter May die Spritze in den Oberarm.

Im Gemeindesaal musste ich zur Überwachung noch 15 Minuten warten, bevor ich – erleichtert, endlich den ersten Schritt für den Corona-Schutz geschafft zu haben – heimgehen konnte. Die Zweitimpfung bekomme ich dann am 1. August.