Viele Fragen haben sich Eltern nach Bekanntgabe der Schul- und Kita-Schließung gestellt. Nicht zuletzt steht aber sicher auch die Frage „Wie beschäftige ich meine Kinder jetzt wochenlang zu Hause?“ im Raum, denn kaum etwas ist so schlimm wie unausgelastete Zwerge. Deshalb stellt Mitarbeiterin Leony Stabla in einer Reihe vor, wie sie ihre beiden Jungs während dieser Zeit beschäftigt.

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Wenn mich eins in der Corona-Zeit erstaunt hat, dann die Spielauswahl meiner Kinder. So viel Zeit zu Hause ließ Jakob und Jonas einiges Spielzeug neu entdecken, das schon längere Zeit in der Ecke lag. Gesellschaftsspiele oder Puzzles, die normalerweise bei uns hoch im Kurs stehen, waren dafür plötzlich out. Seit Weihnachten kaum angerührt, erleben im Moment die Playmobil-Feuerwehrautos eine neue Ära.

„Tatütata“ macht es täglich unzählige Male in unserer Spielecke, und beide brausen mit ihren Autos um die Wette, um als erster am Brandort anzukommen. Die Feuerwehrleute springen aus ihren Fahrzeugen, rollen die Schläuche aus und löschen. Nur genau hier gab es nun das Problem. Was löschen die Feuerwehrleute eigentlich? Ein brennendes Haus besitzen wir nämlich nicht und ich habe ehrlich gesagt auch keine Ahnung, ob es das überhaupt zu kaufen gibt.

Suche nach Löschobjekten

Mit viel Genörgel endet also leider fast jeder Einsatz. Klar werden manchmal auch Fantasie-Häuser gelöscht und Kinder mit der Drehleiter gerettet, auch unsere Katze wurde schon vom Kratzbaum geklaubt, aber glücklich sind die beiden nicht damit. Also habe ich mir etwas einfallen lassen.

Ich kramte im Keller aus unserer Weihnachtsbox die Ausstecher für das Lebkuchenhaus heraus. Dann mischte ich Salzteig zusammen: zwei Tassen Mehl, eine Tasse Salz, eine Tasse Wasser und einen Teelöffel Öl. Große Freude kam da bei den beiden Jungs auf, denn Teig kneten ist etwas ganz Tolles, selbst wenn er nicht schmeckt. Ausrollen und ausstechen: zwei Seitenwände, Vorder- und Rückseite, zwei Teile für das Dach, nicht zu vergessen die Tür, die Fenster und ganz wichtig das Feuer. Bei 140 Grad geht es für eine Stunde ab in den Backofen. Der Teig beginnt, sich zu Wellen und ich frage mich, ob wir tatsächlich ein Haus daraus bauen können, aber wir warten ab. Wir lassen alles kalt werden und am nächsten Tag geht‘s weiter. Die Wände malen wir weiß an, das Dach rot. Jonas entscheidet sich für eine braune Tür und auch die Fensterkreuze bekommen diese Farbe. Jakob malt das Feuer rot an.

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Wieder müssen wir warten und betrachten unser Werk, nachdem es getrocknet ist. Das Feuer sieht nicht nach Feuer aus. „Mami da fehlt gelb“, stellt Jakob fest. Er hat aber keine Lust mehr zu malen. „Kannst du das machen, bitte.“ Also erwecke ich den Künstler in mir.

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Nun kommt das Zusammenkleben. Mit normalem Kleber haben wir keine Chance. Deshalb verwenden wir Heißkleber, doch auch hier ist es ein Geduldsspiel. Die Kinder müssen die Wände festhalten, mehr können sie nicht machen. Durch die Verformung im Backofen passen die Teile nicht recht zusammen, aber es klappt trotzdem. Am Dachfirst lassen wir eine kleine Lücke, um das Feuer hineinstecken zu können, und schon sieht es aus wie ein echtes brennendes Haus. Unsere Feuerwehr hat endlich etwas zum Löschen.

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