Herr Markus, wie kommt es, dass Sie in den vergangenen Jahren immer wieder an der Erstellung von Duftkalendern beteiligt waren?

Vor rund zehn Jahren hab ich erstmals Arbeiten für einen Duftkalender gemacht. Das kam zufällig zustande. Da bekam ich einen Anruf, dass ein Glas für einen Duftkalender gebraucht wird. Duftkalender waren damals ganz neu. Mein Design hat den Machern gefallen, sodass sie zwölf Gläser beauftragt haben. Für jeden Monat eins. Mittlerweile habe ich bei mehreren Duftkalendern mitgemacht. Die Motive waren fast immer Cocktails, es gab aber auch mal einen Gourmetkalender mit Gewürzen als Duft. Das war auch interessant, aber letztlich sind die immer wieder auf Cocktails zurückgekommen. So ein Projekt ist einfach toll, weil man etwas entwickeln kann. Mal breitere, mal höhere Objekte. Da muss man überlegen, wie man das macht. So ein kreatives und organisches Arbeiten mit Glas hat seinen eigenen Reiz. Das ist nicht so zylindrisch und streng, sondern da man kann sich als Künstler ausleben.

Wie kommt der passende Duft nach Melone oder Erdbeere auf die Kalenderseiten?

Ich mache nur die Glasobjekte. Der neue Duftkalender ist in Zusammenarbeit mit Marc Bornschein von der Swiss Professional Media AG aus Basel entstanden. Ich nehme auf, was er sich wünscht, und lege dann los. Der Duft kommt auf die Kalenderseiten mit einem Duftdruck, den Spezialdruckereien vornehmen. Aufs fertige Bild wird mit einem speziellen Verfahren der Duft aufgedruckt. Das ist wie kleine Perlchen, in denen der Duft eingeschlossen ist – wenn man darüber streicht, brechen sie auf und geben den Duft frei. Die kann man aber nicht sehen. Das spielt sich im Mikrobereich. Der Duft ist gut haltbar. Es gibt zehn Jahre alte Kalender, die duften immer noch. Der neue Kalender bietet zudem die Rezepte der präsentierten Cocktails auf zwölf Sammelkarten.

Anstelle typischer Cocktailgläser zeigt der Kalender diesmal verfremdete Flaschen. Wie kamen Sie auf die Idee mit diesen außergewöhnlichen Objekten?

Diesmal wurde das Recyclingmotiv von Flaschen gewählt. Hintergrund war die Ausstellung „Zweite Chance“, die ich hier im vergangenen Jahr hatte. Ich hatte aber auch Objekte und Bilder ausgestellt. Die Grundidee war, zum Beispiel aus einer Bierflasche ein schönes Trinkglas zu machen. Es geht darum, dass ein Verpackungsglas eigentlich nicht zum Wiederverarbeiten gemacht ist, aber es geht, wenn man weiß wie. Das Einfachste ist, aus einer Flasche ein Trinkglas zu machen. Für das 50-Jahre-Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Fécamp hatte ich auch schon Engel aus 50 blauen Flaschen gemacht. Das ist die Idee: Aus alten Flaschen wieder etwas Neues zu machen. Für den Kalender habe ich zum Beispiel eine normale Apfelsaftflasche als Trinkglas aufgetrennt und den Verschluss oben wieder angesetzt, aber als optischen Hingucker spielerisch verformt. Für den Kalender ist es erst mal Kunst, aber ein paar der Gläser sind auch nutzbar. Ich mache das als Rentner nur noch nebenbei aus Leidenschaft, aber gelegentlich kommt auch jemand und fragt, ob ich aus einer Flasche ein Glas machen kann. Ich kann das ordentlich machen, das Glas absprengen und glatt schleifen.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €