Die Temperaturen sinken und die Corona-Fälle steigen: Zu Beginn des Herbsts steht Deutschland wohl vor einer erneuten Corona-Welle. Trotzdem blicken die Seniorenheime in Rheinfelden und Grenzach-Wyhlen relativ entspannt auf die kommenden Wochen und Monate – dank der hohen Impfquoten in den Heimen und Hygiene-Vorgaben.

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Die Regeln in der aktuellen Basisstufe sind klar: Besuch in Pflegeheimen ist nur unter Einhaltung der 3G-Regel möglich, es gelten weiter die Abstands- und Hygienevorschriften – Betreuungsangebote sind aber wieder möglich. „Gott sei Dank ist für die Immunisierten wieder viel möglich, vom gemeinsamen Essen über die Fußpflege bis zum Gottesdienst“, sagt Beate Pfriender-Muck, neue Leiterin der Himmelspforte in Wyhlen.

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97 Prozent der Bewohnenden seien zwei Mal, die Hälfte auch schon ein drittes Mal geimpft. Im September habe noch das mobile Impfteam die Drittimpfung verteilt, nun machten die Hausärzte das Angebot.

Deshalb sei die Stimmung in der Einrichtung auch recht positiv, „man begegnet sich wieder, es gibt ganz viel Normalität.“ Für die Mitarbeitenden allerdings seien die vergangenen Monate sehr anstrengend gewesen. „Da ist ein großer Wunsch nach Stabilität und Gesundheit.“ 90 Prozent der 30 Mitarbeitenden der Einrichtung seien ebenfalls geimpft.

Sorgen macht sich Pfriender-Muck vor allem um das, was außerhalb der Seniorenheime passiert: Wenn die Infektionszahlen steigen, weil doch noch ein großer Teil der Menschen nicht geimpft ist. Die Idee der Politik, die „epidemische Lage“ zu beenden, hält Pfriender-Muck für verfrüht. „Es geht um den Schutz der Menschen.“ Sie glaubt zwar, dass ein komplettes Besuchsverbot nicht wieder kommen werde – solange die Wirksamkeit der Impfstoffe auch mit weiteren Varianten so gut bleibe wie bisher. Man werde eher mit 2G oder einer Reduzierung der Besucherzahlen arbeiten. „Aber wir hoffen, dass wir so durch den Winter kommen.“

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Ähnlich optimistisch zeigt sich Liliane Kreuzer vom Seniorenheim Emilienpark in Grenzach: Man habe seit anderthalb Jahren klare Vorgaben und Hygieneregeln, auch beim Thema Besuch, die sich in den neuen Verordnungen des Landes immer nur minimal verändert hätten. „Somit hoffen wir weiterhin, dass wir gut durchkommen und weiterhin Glück haben.“ Die dritte Impfung haben die Bewohnenden laut Kreuzer bereits im September erhalten.

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Auch in Rheinfelden zeigt die Impfung Wirkung in den Seniorenheimen. „Im Vergleich zu letztem Jahr blicken wir diesem Herbst relativ entspannt entgegen“, sagt Tezcan Ergen, Leiterin des Pflegezentrums Rheingarten in Rheinfelden. Und zwar dank der Impfquote, die bei 98 Prozent liege – sowohl bei den Bewohnenden als auch den Mitarbeitenden, so Ergen. Auch die Drittimpfung sei bereits erfolgt. Dennoch gelte weiterhin „die Hochstufe an Hygiene“, auch werde noch immer alle vier Stunden der Sauerstoffgehalt in der Luft gemessen. Die Mitarbeitenden hätten regelmäßige Schulungen, um für einen möglichen Ausbruch in der Einrichtung zu üben. „Wir haben weiter absolut Respekt vor dem Virus“, so die Leiterin. „Es ist nicht aus der Welt.“

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Trotzdem glaubt Ergen, dass es im Herbst und Winter noch einmal eine richtige Corona-Welle geben werde. „Weil die Bevölkerung zu leichtsinnig ist, nicht nur die Jugendlichen, auch mittelalte Menschen.“ In der Stadt sehe sie oft, dass der Abstand nicht eingehalten werde, dass die Maske unter der Nase hängt „oder dass jemand über den Obst- und Gemüsestand hustet“.