Im Tutti Kiesi gackert es: Seit gut zwei Wochen hält das Spiel- und Kulturhaus der Dieter-Kaltenbach-Stiftung in Rheinfelden Hühner. Fünf Tiere sind schon eingezogen in den neuen Stall, der von der Stiftung der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden gesponsert wurde. Und schon beim aktuellen Kinderferienprogramm zeigt sich der pädagogische Wert der Hühner.

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Ganz zutraulich sind die drei braunen Hühner schon, sie picken Körner aus Kinderhänden, lassen sich streicheln und – mit etwas Glück – auch mal auf den Arm nehmen. Die beiden schwarzen Hühner, erst seit wenigen Tagen im Tutti Kiesi, sind noch etwas schüchtern, eins springt immer wieder gackernd auf, wenn ein Kind ihm zu nahe kommt. Das andere verzieht sich in den Stall, „wir müssen es jetzt in Ruhe lassen, das Huhn legt gleich ein Ei“, erklärt ein Mädchen den beiden anderen. Und tatsächlich: Auf einmal liegt da ein Ei im Stall.

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„Viele Kinder haben heute keine Möglichkeit, mit Tieren in Verbindung zu kommen, außer sie haben Haustiere“, sagt Tutti-Kiesi-Leiter Alexander Keil. Gleichzeitig erlebten die Pädagogen die Begeisterung der Kinder bei den regelmäßigen Besuchen auf einem Bauernhof in Minseln. So ist das Team auf die Idee mit den Hühnern gekommen.

Schon nach zwei Wochen sei klar: Bei den Kindern sind die Hühner der Hit, sagt Keil. „Manche sind erst scheu, sie können auch erstmal nur die Hühner beobachten, das macht auch schon was mit den Kindern.“ Es gehe darum, dass die Kinder eine Beziehung zu den Tieren aufbauen und Verantwortung übernehmen, etwa fürs Stallputzen. Darüber hinaus können engagierte Familien Patenschaften für eines der Tiere übernehmen – belohnt wird das mit frischen Eiern. Es gebe schon erste Interessenten.

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Der Vorteil an Hühnern: Sie seien günstig, bei der Anschaffung wie auch den laufenden Kosten, sagt Keil. Allein hätte das Tutti Kiesi den Stall trotzdem nicht bauen können, deshalb wurde eine Förderung bei der Sparkassenstiftung Jugend/Umwelt/Bildung beantragt. Den pädagogischen Wert der Tiere könne er nur bestätigen, sagt Christian Eschbach, im Vorstand der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden, der selbst vom Bauernhof kommt. „Vor allem das Thema Verantwortung, sich kümmern dürfen, ist uns wichtig.“ Deshalb habe man die Förderung des Projekts mit 3500 Euro „sehr gerne“ übernommen. Hilfe brauchte es auch beim Bau des Stalls: „Wir sind keine Handwerker, sondern Pädagogen“, sagt Keil, „aber der Stall muss ja sicher sein“. Also sind die Technischen Dienste (TD) der Stadt angerückt, mit Bagger und Kran, und haben das Grundgerüst mit Elektronik aufgebaut. „Ein Auftrag im Tutti Kiesi ist immer eine besondere Herausforderung“, sagt TD-Leiter Siegfried von Au. „Mit einem kleinen Betrag mussten wir ein großes Haus bauen – aber es ist gut gelungen.“

Sicher vor Füchsen

Gemeinsam mit Kindern hat der stellvertretende Tutti-Kiesi-Leiter Malte Lindeman den Zaun um das acht mal acht Meter große Freigelände gebaut und die Inneneinrichtung mit Nestern und Stangen gestaltet. Eine Klappe mit Lichtsensor sorgt dafür, dass der Stall nachts zu ist und die Hühner sicher vor Füchsen sind. Beteiligen durften sich die Kinder auch bei der Namenssuche. TuttiNamenssuche. , Kiesi und Hennefa stehen schon fest. Die fünf Hühner seien eine gute Menge, sagt Keil, aber es soll noch ein Hahn dazukommen – auch damit es mal Küken gibt.