Wie muss eine Innenstadt in der Zukunft aussehen, um Menschen anzulocken? Mit dieser Frage haben sich Experten bei den Wirtschaftsgesprächen im Oktober beschäftigt. Eine Vorstellung einte alle: Innenstädte müssen mehr bieten als Konsum, vor allem eine hohe Aufenthaltsqualität. Dazu zählt freier Zugang zu leistungsfähigem Internet. Das soll in Rheinfelder ab 2022 vorhanden sein.

Möglich macht dies ein Pilotprojekt des Zweckverbands Breitbandausbau im Kreis Lörrach. „Das ist ein entscheidender Standortfaktor“, sagte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt bei einem Pressegespräch zum Glasfaserausbau. Auch Paul Kempf, Geschäftsführer des Zweckverbands, ist sicher, dass dieser Service zur erfolgreichen Zukunft der Innenstädte beitragen kann.

Zunächst werde der Bereich Karl-Fürstenberg-Straße bis zum Oberrheinplatz mit dem freien WLAN abgedeckt. Die Glasfaserkabel hat der Zweckverband gemeinsam mit der Baustelle zur Nahwärme verlegt, aktuell befinde man sich in der Abklärung, an welchen Gebäuden die notwendigen Router angebracht werden können. Im Prinzip funktioniert die WLAN-Anbindung wie beim Projekt des Vereins Freifunk Dreiländereck: Dabei können sich private Anbieter oder auch Geschäftsleute registrieren und einen zusätzlichen Router installieren, der dann allen zugänglich ist. Allerdings ist das Problem der Datendurchfluss: Je mehr Menschen gleichzeitig online sind, desto langsamer wird jede einzelne Verbindung.

Mit dem Glasfaseranschluss, der Übertragungsraten von einem Gigabyte und mehr erlaubt, wird sich das stabilisieren. Gefördert wird der WLAN-Ausbau über ein Programm der Europäischen Union. Insgesamt liegen im Fördertopf „WiFi4EU“ 120 Millionen Euro bereit. Jede Kommune, die sich beworben hatte, erhielt einen Gutschein über 15.000 Euro für die Installation von WLAN-Hotspots in den Zentren. Die laufenden Kosten wird die Stadt bezahlen. Paul Kempf rechnet damit, dass die WLAN-Versorgung im Frühjahr 2022 steht. „Also dann, wenn das Wetter auch wieder dazu einlädt, draußen zu surfen“, erklärte er. Rheinfelden wird die erste Stadt im Kreis Lörrach sein, wo sich der Zweckverband mit diesem Thema beschäftigt – doch das ist noch nicht alles.

Denn ein ganz neues Projekt ist die Anbindung von Mobilfunkmasten ans Glasfasernetz, ebenfalls mit dem Ziel, die Leistung der Netze zu stabilisieren. „Wir bauen aber keine eigenen Masten“, präzisiert Kempf. Stattdessen biete der Zweckverband den verschiedenen Mobilfunkanbietern die Glasfaser an. „Das entwickelt sich zu einem interessanten Geschäftsmodell.“